Mutterstadt. Die Veranstaltung „Zukunft der Landwirtschaft – Ernährungssicherheit in Zeiten politischer Weichenstellungen“ betonte die Bedeutung von schneller Verfügbarkeit innovativer Pflanzenschutzmittel für die Ernährungssicherheit. Dabei stand insbesondere das Thema Pflanzenschutz Ernährungssicherheit Mutterstadt im Fokus, um die heimische Landwirtschaft unter schwierigen Bedingungen zu stärken.
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Ein zentrales Thema der Diskussion war die Einführung effizienterer Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Handel hoben hervor, dass die aktuelle Zulassungspraxis nicht mehr ausreichend ist, um auf wachsende Herausforderungen wie steigenden Schädlingsbefall und Qualitätsrisiken angemessen zu reagieren. Dies wirkt sich negativ auf Ertrag, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Erzeugung aus.
Herausforderungen für die Landwirtschaft vor Ort
Landwirt Hartmut Magindie schilderte die praktischen Folgen fehlender Pflanzenschutzmittel: „Wir stehen immer häufiger vor Situationen, in denen uns wirksame Mittel fehlen. Die Konsequenz sind mehr Arbeitseinsätze, höheres Wetterrisiko, Qualitätsverluste und unsichere Erträge.“ Diese Lage erschwere die planbare Produktion und damit die regionale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln deutlich.
Politik und Praxis im Dialog
In einer Podiumsdiskussion mit Vertretern von CDU, SPD, Grünen und FDP wurden unterschiedliche politische Standpunkte zum Umgang mit dem Pflanzenschutz erörtert. Während Einigkeit über die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmitteln bestand, variieren die Ansätze zur Reform der Zulassungsverfahren und zum Schutz der Umwelt. Isabel Mackensen-Geis (SPD) verwies auf einen ganzheitlichen Ansatz, der neben Mitteln auch Fruchtfolge und Monitoring einbezieht. Johannes Steiniger (CDU) forderte hingegen risikoorientierte Zulassungen, die Innovationen fördern.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Region
Hans-Jörg Friedrich, Vorstand der Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, verdeutlichte die Auswirkungen auf die Region: „Qualitätsschwankungen führen zu Ausschuss, Mindererlösen und verpassten Lieferterminen, was die regionale Wertschöpfung schwächt.“ Der Wettbewerbsdruck aus Importen mit breiterer Wirkstoffpalette nehme zu, während die Kosten für heimische Erzeuger steigen.
- Seit 2019 keine neuen Pflanzenschutzwirkstoffe in der EU zugelassen
- Über 80 Wirkstoffe entfallen, Zulassungskriterien verschärfen sich
- Notfallzulassungen als symptomatisches, aber kein langfristiges Lösungskonzept
„Der Werkzeugkasten zur Bekämpfung von Unkräutern und Schaderregern wird jedes Jahr kleiner, obwohl die Herausforderungen in der Praxis wachsen“, erklärte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer.
Überleitungssatz
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Für Mutterstadt und die Pfalz bedeutet die Diskussion um Pflanzenschutzmittel eine unmittelbare Herausforderung für die Ernährungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Landwirtschaft. Die Beteiligten setzen auf eine zügige Reform des Zulassungssystems in Deutschland, um Innovationen schneller auf die Felder zu bringen und die regionale Versorgung zu sichern. Für Bürgerinnen und Bürger heißt das: eine stabile Produktion hochwertiger regionaler Lebensmittel trotz zunehmender Umwelt- und Marktbedingungen.
Geplante Schritte umfassen die Verstärkung der Zusammenarbeit der Behörden beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, um Zulassungsverfahren zu beschleunigen, sowie die Förderung von nachhaltigen Anbaustrategien inklusive Ökolandbau. Die anstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März 2026 wird für die Landwirtschaft von besonderer Bedeutung sein.
Weitere Informationen zur Region und aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft finden Sie auf regionalupdate.de. Detaillierte und fachliche Infos zum Pflanzenschutz bietet die Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).