Chancen in Brasilien frühzeitig nutzen

Bramsche. Das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur-Staatenbund eröffnet der regionalen Wirtschaft klare Vorteile. Rund 120 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk sind in Brasilien aktiv, profitieren von Zollsenkungen und verbesserten Marktzugängen. Die Chancen Brasilien frühzeitig zu nutzen, war zentrales Thema beim Treffen des IHK-Fachausschusses International bei Amazone in Bramsche.

Jetzt Marktchancen nutzen: Chancen Brasilien frühzeitig

Die Bedeutung Brasiliens als größte Volkswirtschaft Südamerikas wurde beim Treffen des IHK-Fachausschusses International betont. Bernard Storm, Vorsitzender des Ausschusses, erläuterte die Vorteile für Unternehmen aus der Region durch die Senkung der brasilianischen Zölle und das Freihandelsabkommen. Diese Entwicklungen würden Handelshemmnisse abbauen und Investitionsimpulse setzen. Etwa 120 Firmen aus dem IHK-Bezirk sind als Exporteure, Importeure oder mit eigenen Niederlassungen in Brasilien aktiv.

Handelsteil des Abkommens steht unter Beobachtung

Trotz der positiven Aussichten beklagte Bernard Storm die Verzögerungen durch die Entscheidung des EU-Parlaments, das Abkommen vor dem Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen. Er nannte diese Maßnahme einen Fehler, gerade angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und geopolitischen Risiken. Die Forderung der Unternehmen ist eine schnelle Umsetzung des wirtschaftlichen Teils des Mercosur-Abkommens, um Handelsvorteile zügig realisieren zu können.

„Dieser Beschluss ist gerade vor dem Hintergrund der schwierigen konjunkturellen Lage und zunehmender geopolitischer Risiken ein schwerer Fehler. Europa blockiert sich gerade selbst“, sagte Storm.

Attraktive Marktpotenziale und Rohstoffvorkommen

Fabian Nemitz von Germany Trade & Invest (GTAI) unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung des Marktes Brasilien für deutsche Unternehmen. Er warnte davor, auf globaler Ebene Marktchancen nicht zu nutzen, zumal andere Akteure zunehmend präsent seien. Besonders die großen Rohstoffvorkommen Brasiliens, etwa bei Seltenen Erden, Niob, Grafit, Mangan und Nickel, bieten wichtige Perspektiven für rohstoffarme Länder wie Deutschland. Nemitz ermutigte die Unternehmen, durch frühzeitiges Engagement First-Mover-Vorteile zu sichern.

Amazone als Gastgeber und Akteur in Brasilien

Das Unternehmen Amazone Technologie GmbH & Co. KG, Gastgeber der Sitzung, ist ein international führender Hersteller von Landmaschinen- und Kommunaltechnik mit rund 2.500 Mitarbeitenden. Seit 2024 betreibt Amazone einen eigenen Standort in Ibaté, Brasilien. Die Präsenz vor Ort unterstützt die Vernetzung und den Marktzugang in einer strategisch wichtigen Region.

  • Rund 120 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk sind in Brasilien tätig
  • Das Freihandelsabkommen Mercosur-EU soll Wettbewerbsfähigkeit verbessern
  • Rohstoffe wie Seltene Erden und Nickel stärken die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens

Weitere Informationen zu Handelsbeziehungen und Chancen in Südamerika finden Interessierte auf der Website der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und bei Germany Trade & Invest.

Ausblick und nächste Schritte

Der IHK-Fachausschuss International sowie beteiligte Unternehmen setzen sich weiterhin für eine rasche Ratifizierung und Umsetzung des Freihandelsabkommens ein. Die Akteure betonen die Notwendigkeit, in Zeiten globaler Unsicherheiten die Handelsbeziehungen zu stabilisieren und wirtschaftliche Potenziale in Brasilien zu erschließen. Weitere Treffen und Informationsveranstaltungen sind geplant, um die regionale Wirtschaft auf die Chancen durch dieses Abkommen vorzubereiten.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Threads
X

Weitere Artikel