Projektabschluss Sonderplan Stromausfall in Grafschaft Bentheim

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Nordhorn. Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat nach 20 Monaten intensiver Zusammenarbeit mit seinen sieben Kommunen einen umfassenden Sonderplan entwickelt, um einen langanhaltenden und flächendeckenden Stromausfall vorzubeugen. Der Sonderplan Stromausfall Grafschaft soll die Katastrophenschutzmaßnahmen stärken und bereitet die Region auf mindestens 72 Stunden Autarkie vor.

Stromausfall planen jetzt – Der Sonderplan Stromausfall Grafschaft als Basis für die Krisenbewältigung

Der Sonderplan Stromausfall Grafschaft definiert klare Handlungsabläufe und Zuständigkeiten für den Ernstfall. Ziel ist es, die Bevölkerung sowie kritische Infrastrukturen auf einen Stromausfall von länger als drei Tagen vorzubereiten. Landrat Uwe Fietzek betonte die Bedeutung der koordinierten Zusammenarbeit: „Wir müssen koordiniert und strukturiert agieren können. Der Sonderplan gibt uns einen Überblick, wie wir aktuell aufgestellt sind.“

Mindestvorgabe von 72 Stunden Autarkie

Der Plan orientiert sich an bundesweit gültigen Standards und fordert von Kommunen, Unternehmen, Behörden und Bürgern, eine eigenständige Überbrückung von mindestens 72 Stunden sicherzustellen. Dazu gehören etwa Maßnahmen zur Wasser- und Lebensmittelversorgung, Energieversorgung und Kommunikation.

Praktische Umsetzung: Notfallinformationspunkte und Leuchttürme

Zur Vorbereitung auf den Ernstfall werden kreisweit sogenannte Notfallinformationspunkte (NIP) und „Leuchttürme“ in öffentlichen Einrichtungen und bei Feuerwehren eingerichtet. Diese dienen als Anlaufstellen, an denen Bürgerinnen und Bürger Informationen erhalten, Notrufe absetzen, sich aufwärmen oder Mobiltelefone aufladen können. Die Ausstattung dieser Punkte erfolgt einheitlich im gesamten Landkreis.

Wichtige Handlungshilfen und Bürgerbeteiligung

Der Landkreis hat individuelle Aktionspläne für jede Kommune erstellt und diese den Verantwortlichen übergeben. Die Dokumente enthalten Checklisten und konkrete Maßnahmen, die sich bei Einsatzübungen bewähren sollen. Landrat Fietzek betont, dass das Projekt mit der Übergabe zwar formal abgeschlossen ist, die weitere Pflege und regelmäßige Aktualisierung der Pläne jedoch essenziell bleibt. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger in zukünftige Planungen aktiv einzubeziehen und praxisnahe Krisenkommunikation sicherzustellen.

„Wir haben gemeinsam eine starke Grundlage geschaffen. Die Pläne müssen aber weiter mit Leben gefüllt werden, die Dokumente müssen ergänzt und vor allem regelmäßig aktualisiert werden“, sagte Fietzek.

Die Gesamtkosten für die Erstellung des Sonderplans betrugen mehr als 180.000 Euro. Begleitet wurde das Projekt von der Firma Lülf+ Sicherheitsberatung. Details werden am 18. März 2026 bei der öffentlichen Sitzung im Ausschuss für Feuerschutz und Ordnung vorgestellt. Weitere Informationen für die Bevölkerung folgen im April 2026.

Herausforderungen mehrtägiger Stromausfälle

Ein länger andauernder Stromausfall würde weitreichende Störungen verursachen. Unter anderem könnten die Wasserver- und Abwasserentsorgung ausfallen, Telefon- und Internetdienste zusammenbrechen sowie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen beeinträchtigt werden. Auch in der Landwirtschaft und Wirtschaft wären erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten.

Weitere Details zur Katastrophenschutzplanung der Grafschaft finden Sie bei regionalupdate.de. Informationen zum Umgang mit Stromausfällen bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter bbk.bund.de.

Schritte für die Zukunft – Fortschritt im Katastrophenschutz der Grafschaft Bentheim

Im Anschluss an die formale Fertigstellung des Sonderplans Stromausfall wird der Schwerpunkt auf die praktische Umsetzung gelegt. Dies beinhaltet regelmäßige Übungen auf Kreis- und Kommunalebene sowie die Informationsarbeit gegenüber der Bevölkerung. Im März und April 2026 sind öffentliche Veranstaltungen geplant, um die Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren und für den Ernstfall zu sensibilisieren.

Die Planungs- und Kooperationsarbeit zwischen Landkreis, Kommunen und Einsatzorganisationen soll weiterhin intensiviert werden, um die Widerstandsfähigkeit der Region gegenüber möglichen Blackouts kontinuierlich zu verbessern.

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