Berlin. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Ethanol nicht als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Dies sichert den weiterhin uneingeschränkten Einsatz von Ethanol in der medizinischen Versorgung, etwa in Desinfektionsmitteln und Arzneimitteln.
Ethanol bleibt zentral in der medizinischen Versorgung
Bedeutung von Ethanol in der Krankenhaushygiene
Ethanol spielt eine wesentliche Rolle bei der Händedesinfektion und Oberflächendesinfektion in medizinischen Einrichtungen. Die Aufnahme über die Haut ist dabei minimal, weshalb es als sicher gilt. Die Wirksamkeit von Ethanol gegen zahlreiche bakterielle und virale Krankheitserreger ist wissenschaftlich belegt und macht es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einem unverzichtbaren Wirkstoff im Gesundheitsbereich.
Auswirkungen der Entscheidung auf Arzneimittelproduktion
Laut Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ermöglicht die Entscheidung der ECHA eine gesicherte Versorgung mit Medikamenten und Medizinprodukten. Ethanol wird unter anderem als Wirk-, Träger- und Konservierungsmittel sowie für Reinigungsprozesse in der Produktion eingesetzt. Eine Einstufung als CMR-Stoff hätte Umstellungen und Produktionsstopps zur Folge gehabt.
Vorgeschichte und Engagement des BPI
Der BPI hat sich frühzeitig in die Diskussion um die Einstufung von Ethanol eingebracht, Informationsmaterial bereitgestellt und einen wissenschaftlichen Dialog gefördert. Dieses Engagement trug maßgeblich zum differenzierten Bewertungsverfahren bei, das nun zu dem positiven Ergebnis führte.
„Ethanol kombiniert schnelle Wirkung, breitbandige antimikrobielle Wirksamkeit und gute Hautverträglichkeit – Eigenschaften, die es zum Goldstandard in der klinischen Händehygiene machen“, sagte Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Alternative Stoffe zur Desinfektion
Eine von der ECHA veröffentlichte Analyse bestätigt, dass es derzeit keinen praktikablen Ersatz für Ethanol in der Händedesinfektion gibt, der vergleichbar schnell, sicher, breit wirksam, kostengünstig und umweltfreundlich ist.
- Schnelle antimikrobielle Wirkung
- Gute Hautverträglichkeit
- Breites Wirkungsspektrum gegen Krankheitserreger
- Beitrag zur Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln und deren Stabilität
Ethanol sichert weiterhin die medizinische Versorgung und schützt Patientinnen und Patienten.
Bedeutung für die Region und Ausblick
Für das Gesundheitswesen in Deutschland und Europa bedeutet die Entscheidung der ECHA Planungssicherheit. Einrichtungen und Arzneimittelhersteller können mit unveränderten Zulassungen und Produktkomponenten weiterarbeiten. Dies kommt insbesondere vulnerablen Patientengruppen zugute, die auf wirksamen Infektionsschutz angewiesen sind. Der BPI betont, dass trotz der erfolgreichen Entscheidung die Beobachtung und Bewertung von Stoffen wie Ethanol weiter erfolgen wird, um die Sicherheit im Gesundheitssektor dauerhaft zu gewährleisten.
Weitere Informationen zur Bedeutung von Ethanol in der medizinischen Versorgung sind auf der Seite des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie abrufbar. Auch die offizielle Webseite der ECHA bietet umfangreiche Dokumentationen zum Thema Chemikalieneinstufungen.
Mehr zu regionalen Gesundheitsthemen lesen Sie auf regionalupdate.de. Weitere offizielle Informationen zur Bewertung von Chemikalien finden Sie bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).
