Brüssel. Für Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, ist China derzeit ein verlässlicher Handelspartner im Vergleich zu den USA. Vor dem Hintergrund der hohen Abhängigkeit Europas vom Außenhandel spielt Verlässlichkeit eine zentrale Rolle.
China als Partner?
Lange betont, dass China unter bestimmten Bedingungen gegenüber den USA aktuell als stabiler Handelspartner gilt. Deutschland exportiert etwa 20 Prozent seiner Waren in die USA, weshalb bestehende Handelsabkommen, wie der Deal aus Schottland von 2022, eingehalten werden müssten. Derzeit gebe es jedoch mehrfache Verstöße der USA gegen diese Vereinbarung. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, stünde der EU ein Instrumentarium mit Zöllen und Exportbeschränkungen als Druckmittel zur Verfügung.
Wirtschaftspolitik und Herausforderungen
China verfolge mit der Strategie „Made in China 2025“ eine aggressive Industriepolitik, die zu Konflikten mit der EU führe. Hierzu zählen unter anderem Dumping-Vorwürfe, illegale Subventionen und Zugangsrestriktionen zu kritischen Rohstoffen. Lange betont die Notwendigkeit, solche Probleme offen anzusprechen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Kooperation trotz Differenzen
Gleichzeitig sei die EU sowohl wirtschaftlich als auch politisch auf eine Zusammenarbeit mit China angewiesen. In Bereichen wie der Energiewende – speziell bei der Transformation von Kohle zu erneuerbaren Energien – bestehe Potenzial für Zusammenarbeit. Laut Lange gelte es, unterschiedliche Systeme und Interessen fair und geschickt zu managen.
„Wir sind unterschiedliche Systeme, wir sind auch im Wettbewerb, aber es geht darum, das möglichst fair zu gestalten“, sagte Bernd Lange.
Beispiel für eine differenzierte Handelspolitik, wie sie aktuell notwendig ist, zeigt die kürzlich stattgefundene Reise von Friedrich Merz nach China.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf regionalupdate.de sowie beim Europa-Parlament.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Einfluss auf Handel und Wirtschaft in Deutschland
Die aktuelle Lage kann Auswirkungen auf deutsche Unternehmen haben, die stark vom Export in die USA abhängig sind. Eventuelle Gegenmaßnahmen der EU könnten kurzfristig Handelsbeziehungen beeinflussen, langfristig aber auch neue Chancen im Handel mit China eröffnen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich bewusst sein, dass Handelskonflikte direkte Folgen für die Wirtschaft und damit für Arbeitsplätze und Preise in der Region haben können.
Zukünftige Entwicklungen hängen stark von der Einhaltung internationaler Abkommen ab. Die EU wird ihre Strategien und Maßnahmen weiter anpassen, um einerseits faire Wettbewerbsbedingungen und andererseits stabile Handelsbeziehungen zu sichern. Termine für weitere Gespräche und Verhandlungen bleiben abzuwarten.
