Mainz. Die Prognose für die globale wirtschaft 2026 zeigt trotz Herausforderungen ein stabiles Wachstum von 2,6 Prozent, erwartet der internationale Kreditversicherer Coface. Regionale Unterschiede prägen dabei die Entwicklung, während geopolitische und finanzielle Risiken fortbestehen.
Globale Wirtschaftslage 2026
Die globale wirtschaft 2026 wird laut Coface durch ein leicht verlangsamtes Wachstum gekennzeichnet sein. Nach einer Wachstumsrate von 2,8 Prozent im Jahr 2025 rechnen die Experten für 2026 mit 2,6 Prozent. Trotz geopolitischer Spannungen, finanzieller Risiken und sozialen Unruhen bleibt die weltweite Ökonomie demnach stabil.
Regionale Wachstumsprognosen
In den USA wird für 2026 ein Wachstum von 2,2 Prozent erwartet, gestützt von robusten Konsumausgaben trotz steigender Unternehmensinsolvenzen. Die Eurozone zeigt sich mit rund 1 Prozent Wachstum eher moderat, wobei Deutschland mit umfangreichen Investitionsprogrammen für positive Impulse sorgt. Frankreich wächst aufgrund hoher Haushaltsdefizite nur leicht. Mittel- und Osteuropa profitieren vor allem von Polen, dessen Wirtschaft voraussichtlich um 3,8 Prozent zulegt. In Asien verlangsamt sich das Wachstum Chinas auf 4,4 Prozent, während Indien mit 6,1 Prozent Wachstum weiterhin zu den wichtigsten globalen Wachstumstreibern zählt.
Einfluss der Energiepreise und Inflation
Coface erwartet für 2026 eine Entlastung durch fallende Energiepreise. Der Ölpreis soll von 68 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2025 auf etwa 60 US-Dollar sinken. Diese Entwicklung ist auf eine moderate Nachfrage und ein starkes Angebot zurückzuführen. Laut Coface-Volkswirt Markus Kuger dürften die Energiepreise insgesamt neutral auf die Inflation wirken, die in vielen Regionen bereits rückläufig ist.
„Trotz möglicher geopolitischer Ausschläge dürften Energiepreise damit insgesamt neutral auf die Inflation wirken, die in vielen Regionen weiter nachgibt“, sagte Markus Kuger.
Länderrisiken 2026: Anpassungen und Einschätzungen
Coface hat die Risikobewertung für insgesamt sieben Länder angepasst. Sechs Staaten erhielten eine bessere Einstufung, darunter Chile, Polen, Schweden, Zypern, Barbados und Ecuador. Die Verbesserungen resultieren unter anderem aus steigenden Investitionen, stabilen institutionellen Rahmenbedingungen und fiskalischer Konsolidierung.
Der Senegal ist die einzige Herabstufung von B auf C zu verzeichnen. Gründe sind erhebliche fiskalische Fehlentwicklungen und hohe Schuldenlasten, die die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds erschweren.
- Chile: Aufwertung von A4 auf A3 dank Investitionen im Kupfer- und Energiesektor
- Polen: Aufwertung von A4 auf A3 durch EU-Mittel und robuste Konsumnachfrage
- Schweden: Aufwertung von A3 auf A2 aufgrund stabiler Nachfrage und Fiskalpolitik
- Zypern, Barbados, Ecuador: ebenfalls Aufwertungen aufgrund positiver Wirtschaftsentwicklungen
- Senegal: Herabstufung von B auf C wegen fiskalischer Schwierigkeiten
Für detaillierte Informationen steht das Coface Risk Review zur Verfügung.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die deutsche und europäische Wirtschaft
Die Prognose für die globale wirtschaft 2026 ist auch für Deutschland und die Europäische Union relevant. Das erwartete Wachstum von circa 1 Prozent in der Eurozone stützt sich auch auf den Aufschwung in Deutschland, der durch Investitionsprogramme in verschiedenen Sektoren unterstützt wird. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet dies eine weiterhin herausfordernde, aber stabile wirtschaftliche Lage mit Potenzial für moderate Verbesserungen.
Zudem können sinkende Energiepreise in Deutschland zur Entlastung von Kosten beitragen, was insbesondere angesichts der zuletzt hohen Inflationsraten von Bedeutung ist. Die unterschiedliche Entwicklung in Europa und anderen Regionen verdeutlicht die Notwendigkeit, regionale Besonderheiten in wirtschaftlichen Planungen zu berücksichtigen.
Weitere Informationen zur globalen Wirtschaftslage und regionalen Entwicklungen finden Sie regelmäßig auf regionalupdate.de.
Für weiterführende Fakten zur internationalen Wirtschaftssituation empfiehlt sich zudem ein Blick auf die Seite des Internationalen Währungsfonds (IWF).
