Hamburg. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mit fachlicher Unterstützung des Umweltinstituts München eine Klage gegen die Hamburger Behörden wegen der Begasung mit klimaschädlichem Pestizid eingereicht. Die Kritik richtet sich gegen die Anwendung des Wirkstoffs Sulfurylfluorid in Containergasanlagen am Hamburger Hafen, die trotz EU-Verordnung weiterhin erlaubt wird.
DUH klagt gegen Hamburg wegen Begasung klimaschaedliches Pestizid Hamburg
Die DUH wirft den Behörden der Freien und Hansestadt Hamburg vor, untätig zu bleiben, obwohl die EU-F-Gase-Verordnung die Nutzung des extrem klimaschädlichen Pestizids ProFume verbietet. ProFume enthält den Wirkstoff Sulfurylfluorid, ein fluoriertes Treibhausgas, das in seiner Wirkung mehr als tausendmal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Bei der Begasung entweicht das Gas durch Leckagen aus den Containern und wird vollständig in die Atmosphäre freigesetzt. Nach Angaben der DUH entsprachen die Sulfurylfluorid-Emissionen aus Hamburg im Jahr 2023 etwa 1,5 Millionen Tonnen CO₂, was den jährlichen Emissionen mehrerer deutscher Städte entspricht.
Hintergrund der Begasungen am Hafen
Die Begasung wird eingesetzt, um Exportholz für den Transport nach China zu schützen. Die kontaminierte Luft aus den Containern wird nach der Behandlung gelüftet, wodurch das klimaschädliche Gas in die Umwelt gelangt. Die DUH und das Umweltinstitut kritisieren, dass die Hamburger Behörden trotz mehrmaliger Hinweise und Anfragen Anwendungen tolerieren, bei denen undichte Container benutzt werden oder Begasungen bei zu niedrigen Temperaturen vorgenommen werden. Diese Faktoren erhöhen sowohl die Emissionen als auch die Gefahr, dass sich Resistenzen bei Schädlingen entwickeln.
„Hamburger Behörden sehen tatenlos dabei zu, wie einer der größten Betreiber von Containergasanlagen Exportholz ohne Rücksicht auf Verluste mit schwer klimaschädlichen Pestiziden begast“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Alternative Verfahren vorhanden
Das Umweltinstitut München verweist auf klimafreundliche und wirksame Alternativen, die bereits verfügbar sind. So belegen Erkenntnisse des sogenannten KLIMAtiv-Projekts des Julius-Kühn-Instituts und des Thünen Instituts, dass beispielsweise eine Dampfbehandlung als umweltverträgliche Methode zur Holzbehandlung genutzt werden kann. Diese ersetzt den Einsatz von ProFume und schont das Klima.
Fabian Holzheid, Geschäftsführer des Umweltinstituts München, betont: „Alternativen, wie etwa die Dampfbehandlung, sind nicht nur deutlich umweltfreundlicher, sondern auch wirksam und günstig.“
Beachten Sie auch Informationen der Deutschen Umwelthilfe zu Pestizidklagen auf duh.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung der Klage für Hamburg und die Bürger
Die eingereichte Klage gegen die Hamburger Behörden richtet sich konkret gegen die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) sowie die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI). Die Umweltorganisationen fordern den sofortigen Stopp der klimaschädlichen Begasungen am Hamburger Hafen und den Übergang zu umweltverträglichen Methoden.
Für die Menschen in Hamburg und der Region ist dies von besonderer Relevanz, da durch die Freisetzung erheblich klimaschädlicher Gase die lokale Luftqualität und das weltweite Klima belastet werden. Die Maßnahme unterstreicht, wie städtische Behörden mit gesetzlichen Vorgaben umgehen und welchen Einfluss dies auf lokale Klimaziele hat.
Zukunftsweisend sind weitere Verfahren, die die Nutzung von ProFume auch auf bundesweiter Ebene verhindern sollen. Informationen hierzu finden sich außerdem auf regionalupdate.de in verwandten Beiträgen über Umwelt- und Klimaschutz in Hamburg.
Weiterführende Informationen zur EU-F-Gase-Verordnung bietet das Umweltbundesamt unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgase/f-gase.
