Osnabrück. Grüne Startups Klimaschutz Potenzial zeigt eine aktuelle Studie des Borderstep Instituts in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Demnach reduzieren grüne Startups beim Produktlebensweg die Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase um über 70 Prozent im Vergleich zu konventionellen Alternativen.
Potenzial grüner Startups
Wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz
Der Green Startup Report (GSR) 2026 hebt hervor, dass grüne Startups mit innovativen, umweltorientierten Geschäftsmodellen erheblich zum Klimaschutz beitragen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 4700 grüne Startups. Ihre Produkte und Dienstleistungen erzeugen im Durchschnitt 70 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als marktübliche Alternativen. So lassen sich durch ihre Technologien hunderttausende Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen.
„Das Klimaschutzpotenzial neu gegründeter grüner Firmen ist erheblich“, sagte Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU.
Die Europäische Union strebt Klimaneutralität bis 2050 an, Deutschland will dieses Ziel bis 2045 erreichen. Grüne Startups gelten als bedeutende Einflussnehmer zur Umsetzung dieser Zielvorgaben.
Förderung und Herausforderungen
Die DBU fördert grüne Startups mittlerweile seit 2019 und unterstützt aktuell fast 100 Firmen mit insgesamt rund 12,5 Millionen Euro. Fördermittel belaufen sich auf bis zu 125.000 Euro ohne Eigenanteil, ergänzt durch fachliche Betreuung und optionale Anschlussprojektförderung.
Trotz der positiven Entwicklung sank der Anteil grüner Startups an Neugründungen von 20 Prozent im Jahr 2023 auf 13 Prozent. Gründe hierfür sieht der GSR in der zunehmenden Fokussierung auf andere Themen wie Künstliche Intelligenz und Sicherheit, geringerer Investitionsbereitschaft sowie politischer Unsicherheiten. Dennoch zeigt die DBU sich optimistisch und hält an ihrem Förderangebot fest.
Weitere Merkmale grüner Startups
Hoher Frauenanteil und Innovationskraft
Mit einem Frauenanteil von 22 Prozent in den Geschäftsführungen liegt der Wert deutlich über dem Vergleich zu nicht-grünen Startups (16 Prozent). Zudem verfügen 35 Prozent der grünen Startups mit Investment über mindestens ein Patent, insbesondere in Bereichen wie erneuerbare Energien, Batterietechnik sowie Erzeugung und Verteilung von Strom und Wärme. Diese Innovationskraft unterstützt die angestrebte Energiewende.
Beispiele aus der Praxis
Unter den geförderten Startups finden sich Unternehmen wie das Darmstädter Revoltech, das klimafreundliche Lederalternativen produziert, das Bremer Flexality mit KI-gestützter Software zur Nutzung von Kühllagern als Energiespeicher und das Deep-Tech-Unternehmen etalytics, das mithilfe seiner KI-Plattform Energieverbrauch in Industrieanlagen optimiert und Emissionen reduziert. Dieses Startup schloss kürzlich eine Finanzierungsrunde in Höhe von 16 Millionen Euro ab.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Abschluss: Bedeutung für die Region und Ausblick
Grüne Startups leisten einen wichtigen Beitrag zum regionalen und nationalen Klimaschutz, indem sie ökologische Innovationen fördern und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. Durch die DBU-Förderung werden Gründerinnen und Gründer unterstützt, ihre umweltfreundlichen Geschäftsideen marktfähig zu machen und damit die Transformation der Wirtschaft voranzutreiben.
Für interessierte Gründerinnen und Gründer besteht weiterhin die Möglichkeit, sich um Fördermittel bei der DBU zu bewerben. Weitere Entwicklungen und Berichte zu nachhaltigen Innovationen sind auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite des Borderstep Instituts verfügbar.
Quellen:
- Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DBU Green Startup-Förderung
- Borderstep Institut, Green Startup Report 2026
- Europäisches Parlament, Was versteht man unter Klimaneutralität
