Alzenau. Der aktuelle ELVIS Marktreport Stabilisierung zeigt für das vierte Quartal 2025 eine wirtschaftliche Stabilisierung auf niedrigem Niveau in der deutschen Wirtschaft. Während das Bruttoinlandsprodukt leicht ansteigt, bleibt die Industrieproduktion rückläufig, und der Transportmarkt erlebt eine moderate Belebung bei anhaltend schwacher Ertragslage.
Markt stabil auf niedrigem Niveau
Wirtschaftliche Entwicklung im Überblick
Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die deutsche Wirtschaft eine leichte Erholung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit einem Wachstum von 0,4 Prozent im Jahresvergleich. Die industrielle Produktion hingegen sank im Dezember 2025 um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und lag 1,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Besonders betroffen waren der Maschinenbau und die chemische Industrie, die beide deutliche Rückgänge aufwiesen. Das Baugewerbe konnte sich hingegen leicht verbessern und lag geringfügig über dem Vorjahreswert.
Der ifo Geschäftsklimaindex für Januar 2026 blieb auf dem gleichen Stand wie im Vormonat, verbesserte sich jedoch im Jahresvergleich um 2,7 Prozent. Die Geschäftserwartungen zeigten ebenfalls eine günstige Entwicklung mit einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Entwicklungen im Transportmarkt
Im Lkw-Transportmarkt ist eine moderate Erholung gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu beobachten. Die Fahrleistungen der Lkw-Maut lagen im Dezember 4,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, trotz eines saisonbedingten Rückgangs im Monatsvergleich. Das Transportbarometer, welches das Verhältnis von Fracht zu verfügbarem Laderaum misst, stieg im Januar um 5,4 Prozent zum Vormonat und um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Umsatzerwartungen im Straßen-Güterverkehr verbesserten sich deutlich, während die Preiserwartungen hingegen zurückgingen. Der ELVIS Teilladungsindex zeigte sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich leicht rückläufige Werte.
„Die Nachfrage entwickelt sich etwas dynamischer als noch vor einem Jahr. Eine nachhaltige Preisdurchsetzung ist jedoch weiterhin nicht erkennbar“, sagte Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG.
Kostensituation in der Transportbranche
Die Personalkosten im Transport- und Logistikbereich stiegen im dritten Quartal 2025 um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 4,2 Prozent im Jahresvergleich. Gleichzeitig sanken die Erzeugerpreise für Diesel und LNG deutlich, wodurch sich der Kostendruck teilweise abschwächte. Allerdings sind die Kraftstoffpreise zum Jahreswechsel sprunghaft angestiegen, sodass die Kostensituation weiterhin angespannt bleibt.
„Die Entspannung beim Kraftstoff federt den Kostendruck ab, wiegt die gestiegenen Personalkosten jedoch nicht auf“, erklärte Grabowski.
Kapazitäten angespannt bei steigender Nachfrage
Die Transportbranche hat infolge der vergangenen wirtschaftlichen Schwäche Kapazitäten reduziert und Investitionen zurückgestellt. Dies führt dazu, dass die Leistungsfähigkeit der Branche nur begrenzt ist. Frachtraum-Puffer sind nahezu erschöpft, wodurch bei einem plötzlichen Nachfrageanstieg Engpässe wahrscheinlich sind. Verlader sollten daher frühzeitig Transportkapazitäten planen, und Speditionen müssen flexibel auf Marktveränderungen reagieren.
„Die aktuellen Kennzahlen vermitteln Stabilität – allerdings auf einem Niveau, das wenig Puffer bietet“, fasst Grabowski zusammen.
Weitere Details zum ELVIS Marktreport 2025 sind auf der Webseite der ELVIS AG verfügbar. Ein Überblick über Logistik- und Wirtschaftsnews der Region finden Interessierte auf regionalupdate.de.
Ausblick und Empfehlungen für die Branche
Die ELVIS AG empfiehlt allen Beteiligten im Transportmarkt, ihre Kapazitätsplanung vorausschauend zu gestalten, um mögliche Engpässe bei einem plötzlichen Nachfrageanstieg zu vermeiden. Zudem bleibt eine enge Kosten- und Leistungssteuerung essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit trotz schwankender Preisentwicklung zu sichern. Beobachter gehen davon aus, dass die Fähigkeit der Branche, kurzfristig Kapazitäten auszubauen, entscheidend für die weitere Entwicklung ist. Ein besonderes Augenmerk liegt auf saisonale Effekte und mögliche Impulse aus einer steigenden Industrieproduktion, die den Transportmarkt zusätzlich belasten könnten.
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