Berlin. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat im Herbst 2025 mit der Aktion „Freie Gehwege“ auf das Problem des Gehwegparkens aufmerksam gemacht. Über 3.300 Meldungen aus ganz Deutschland belegen, dass parkende Fahrzeuge häufig Fußwege stark einengen und so das sichere Zu-Fuß-Gehen und Radfahren behindern. Insbesondere fordert der VCD, Gehwegparken gefährlich verhindern zu helfen, damit Fußgängerinnen, Kinder und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht gefährdet werden.
Gefahr Gehwegparken stoppen: Gehwegparken gefährlich verhindern
Der VCD hat festgestellt, dass in mehr als 80 Prozent der gemeldeten Fälle weniger als ein Meter Gehwegbreite für Passantinnen und Passanten bleibt. Nach den Verkehrsregeln ist das Parken auf Gehwegen nur zulässig, wenn es durch Bordsteinmarkierungen oder Verkehrsschilder erlaubt ist und ausreichend Platz für die Begegnung von Fußgängerinnen und Menschen mit Rollstuhl bleibt. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, erklärt:
„Ob zulässig oder nicht: Bei nahezu allen gemeldeten Gehwegabschnitten verbleiben Passant*innen weniger als 1,50 Meter, in über 80 Prozent der Fälle sogar nur ein Meter oder weniger. Mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator wird es da eng.“
Kinder und Radfahrende besonders betroffen
Etwa jeder vierte gemeldete Gehweg wird von Kindern mit dem Rad genutzt, die bis zum Alter von acht Jahren gesetzlich verpflichtet sind, den Gehweg zu benutzen. Engstellen durch parkende Fahrzeuge gefährden diese Schutzfunktion, da Kinder und andere Fußgängerinnen vielfach auf die Straße ausweichen müssen, was die Unfallgefahr erheblich erhöht. Müller-Görnert warnt:
„Bei jeder zweiten Meldung war der Gehweg auf beiden Straßenseiten zugeparkt. Den radelnden Kindern, aber auch Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrenden, bleibt dann häufig nichts anderes übrig, als auf die Straße auszuweichen – was schnell lebensgefährlich werden kann.“
Forderungen und Maßnahmen des VCD
Der VCD ruft die Kommunen auf, die gemeldeten Stellen zu überprüfen und bei Bedarf konsequent Maßnahmen gegen das regelwidrige Gehwegparken zu ergreifen. Die Meldungen kommen sowohl aus Großstädten als auch aus kleineren und ländlichen Regionen, was das bundesweite Ausmaß des Problems unterstreicht. Außerdem unterstützt der VCD eine Gerichtsverhandlung in Bremen, die als Präzedenzfall für den Schutz von Gehwegen dienen soll. Ziel ist, den Kindern ein sicheres Radfahren auf dem Gehweg zu ermöglichen.
Ergebnisse und Online-Karte
Die Aktion „Freie Gehwege“ lief vom 20. Oktober bis zum 5. Dezember 2025. Die Ergebnisse und eine Übersichtskarte aller gemeldeten Engstellen sind auf der Webseite des VCD einsehbar. Die entsprechenden Karten und zentralen Ergebnisse können Interessierte auf der VCD-Webseite nachverfolgen. Zudem informiert der Verkehrsclub über die bundesweiten Verkehrsregeln zum Thema bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Einordnung und praktische Bedeutung
Das Thema Gehwegparken betrifft auch Kommunen in ganz Deutschland, da die Meldungen aus verschiedenen Regionen stammen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies vor allem mehr Sicherheit im Alltag. Freie und ausreichend breite Gehwege verbessern die Mobilität für Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Kommunen sind aufgefordert, ihre Straßenräume entsprechend zu kontrollieren und nötigenfalls Parkverbote durchzusetzen. Die Erkenntnisse aus der VCD-Aktion sollen dabei helfen, Lösungen zu finden und umzusetzen.
Zukünftige Schritte könnten verstärkte Kontrollen und öffentliche Aufklärungskampagnen sein, um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen. Die begleitende Rechtsprechung, beispielsweise das Verfahren in Bremen, wird ebenfalls zeigen, wie der Schutz der Gehwege vor illegalem Parken rechtlich gestärkt werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie regelmäßig aktuell bei regionalupdate.de.
Quellen: VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. (https://www.vcd.org), Bundesanstalt für Straßenwesen (https://www.bast.de)
