Pharma Deutschland fordert Revision der Kommunalabwasserrichtlinie

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Berlin. Der Branchenverband Pharma Deutschland hat gemeinsam mit dem Verband Pro Generika einen offenen Brief an den zypriotischen Gesundheitsminister Neophytos Charalambides gerichtet. Im Vorfeld des informellen Treffens der europäischen Gesundheitsminister in Lefkosia wird gefordert, die Kommunalabwasserrichtlinie Pharma Deutschland auf die Tagesordnung zu setzen und eine zeitnahe Revision der Richtlinie zu unterstützen.

Gesundheitsminister reagieren jetzt: Die Bedeutung der Kommunalabwasserrichtlinie Pharma Deutschland

Die Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verpflichtet die Pharmaindustrie in Europa, die Kosten für eine vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen zu übernehmen. Pharma Deutschland und Pro Generika kritisieren eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission, die diese Kosten deutlich unterschätzt. Während die Kommission in Deutschland Kosten von rund 167 Millionen Euro jährlich ansetzt, beziffert der Verband die Ausgaben auf mindestens 864 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Ähnliche große Differenzen bestehen in anderen EU-Mitgliedstaaten, wie den Niederlanden.

Kritikpunkte an der Kostenbewertung der EU-Kommission

Die Verbände bemängeln, dass die EU-Kommission wesentliche Faktoren nicht berücksichtigt habe, die zu höheren Kosten führen. So kostet allein die Installation der vierten Reinigungsstufe im Klärwerk Stuttgart etwa 85 Millionen Euro. Hinzu kommt die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), welche die Pharmaunternehmen verpflichtet, für diese Zusatzkosten aufzukommen.

„Sauberes Wasser und sichere Arzneimittelversorgung sind kein Widerspruch – aber dafür brauchen wir eine faire und realistische Finanzierungsgrundlage, die nicht auf dem Rücken der Pharmahersteller und damit letztlich der Patienten ausgetragen wird“, sagte Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland.

Risiken für die Arzneimittelversorgung in Deutschland

Die vorgeschlagene Kostenüberwälzung an Patienten ist aufgrund gesetzlicher Preisbindungen, Rabattverträgen und Preismoratorien für verschreibungspflichtige Medikamente unrealistisch. Besonders betroffen wären Generikahersteller, deren durchschnittliche Tagesbehandlungskosten nach Rabatten bei nur 0,06 Euro liegen. Die KARL könnte damit eine existenzielle Bedrohung für die Versorgungssicherheit darstellen.

  • Die Pharmaindustrie stellt fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und knapp zwei Drittel der verschreibungspflichtigen Arzneimittel in Deutschland bereit.
  • Rund 400 Mitgliedsunternehmen sind im Verband Pharma Deutschland organisiert und beschäftigen etwa 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weitere Informationen zur Position von Pharma Deutschland sowie den offenen Brief finden sich auf der Website von Pharma Deutschland.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung für die Arzneimittelversorgung in Deutschland

Die Diskussion um die Kommunalabwasserrichtlinie betrifft direkt die Arzneimittelversorgung in Deutschland. Indem die Pharmaindustrie zu erheblichen Aufwendungen verpflichtet wird, steigt der finanzielle Druck auf die Hersteller. Dies könnte sich mittelbar auf die Verfügbarkeit und Preisgestaltung von Medikamenten auswirken. Die Verbände fordern daher eine realistische Einschätzung und faire Verteilung der Kosten, um Versorgungslücken zu vermeiden. Das informelle Treffen der Gesundheitsminister in Lefkosia am 25. und 26. Februar gilt dabei als wichtige Plattform, um über eine Überarbeitung der KARL zu beraten.

Weitere Hintergründe und aktuelle Entwicklungen im Gesundheitssektor finden Interessierte bei regionalupdate.de. Offizielle Informationen zur Kommunalabwasserrichtlinie und europäischen Umweltregulierungen bietet die Seite der Europäischen Kommission.

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