PHAGRO warnt vor Unterfinanzierung im pharmazeutischen Großhandel

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Berlin. Der pharmazeutische grosshandel unterfinanzierung stellt die gesamte Arzneimittelversorgung in Deutschland vor große Herausforderungen. Laut dem Bundesverband PHAGRO steigen die Kosten für die Belieferung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln stetig, während die Vergütung unverändert bleibt.

Gefährdete Arzneimittelversorgung

Die wirtschaftliche Lage im pharmazeutischen Grosshandel verschärft sich deutlich. Die acht großen pharmazeutischen Großhandlungen in Deutschland versorgen bundesweit Apotheken mit einem vollständigen Sortiment an Arzneimitteln. Rund 750 Millionen Packungen verschreibungspflichtiger Medikamente werden jährlich ausgeliefert, doch 65 Prozent dieser Packungen können laut PHAGRO nicht mehr kostendeckend bereitgestellt werden. Dies betrifft vor allem niedrigpreisige Generika, die die Versorgungslücke in der Arzneimittelversorgung bilden.

Kostendruck durch gestiegene Ausgaben

Seit 2012 wurde die Vergütung für die Großhändler nicht substanziell erhöht. In der Zwischenzeit sind die tariflichen Löhne um mehr als 40 Prozent gestiegen. Zusätzlich verursachen erhöhte Energie- und Zinskosten sowie erweiterte regulatorische Anforderungen steigenden finanziellen Druck. Die bestehende Großhandelsvergütung ist nicht mehr ausreichend, um die Kosten zur flächendeckenden Versorgung zu decken.

Forderungen des Bundesverbands PHAGRO

Vor diesem Hintergrund appelliert der Bundesverband PHAGRO an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) zu reformieren. Gefordert wird eine Anhebung des Festzuschlags von derzeit 73 Cent auf mindestens 1,03 Euro pro Packung. Diese Anpassung sei betriebswirtschaftlich notwendig, um den Großhandel in die Lage zu versetzen, den gesetzlichen Versorgungsauftrag weiterhin zu erfüllen.

„Die gesetzliche Unterfinanzierung des Großhandels bedroht absehbar nicht nur die wirtschaftliche Existenz der vollversorgenden pharmazeutischen Großhandlungen, sondern damit gleichzeitig auch die Stabilität der Arzneimittelversorgung in Deutschland“, erklärten die PHAGRO-Vorstände Marcus Freitag und Kerem Inanc.

  • 8 pharmazeutische Großhandlungen gewährleisten deutschlandweite Versorgung
  • 26.300 Beschäftigte in der Branche
  • Jahresumsatz 2024: 42,5 Milliarden Euro
  • 65 Prozent der Packungen werden nicht mehr kostendeckend gehandhabt

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und Ausblick

Die Versorgungssicherheit von Arzneimitteln ist auch für örtliche Apotheken und Patienten im ganzen Bundesgebiet von zentraler Bedeutung. Ein Nachlassen der Großhandelsleistungen könnte eine Verknappung von Medikamenten zur Folge haben, was den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert. Für Bürgerinnen und Bürger kann dies bedeuten, dass Arzneimittel seltener vorrätig sind oder Lieferzeiten länger werden.

Der Bundesverband PHAGRO weist darauf hin, dass ohne Anpassungen der Vergütung einzelne Großhändler gezwungen sein könnten, ihr Sortiment einzuschränken oder Dienstleistungen zu reduzieren. Die angestrebte Reform der Arzneimittelpreisverordnung ist daher ein wichtiger Schritt, um eine nachhaltige und flächendeckende Arzneimittelversorgung zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur Arzneimittelversorgung und aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen finden Sie unter regionalupdate.de sowie beim Bundesministerium für Gesundheit bmg.bund.de.

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