Düsseldorf. Die steuerfunktion automatisierung ki ist ein zentrales Thema in der aktuellen Entwicklung deutscher Unternehmen. Eine Studie zeigt, dass E-Invoicing als stärkster Treiber der Automatisierung gilt, während der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Steuerfunktion bisher noch verhalten ist.
KI verändert Steuerfunktion
Digitale Transformation ist in der Steuerbranche angekommen und wird maßgeblich von regulatorischen Anforderungen vorangetrieben. 87 Prozent der befragten Unternehmen sehen E-Invoicing als den wichtigsten Faktor für die Automatisierung. Auch internationale Vorgaben wie die globale Mindestbesteuerung (Pillar 2) und Vorgaben zu ESG-Berichtspflichten üben Druck auf die Steuerprozesse aus. Vor allem die Automatisierung von Umsatzsteuer-Meldungen und Reporting-Prozessen gewinnt an Bedeutung.
Bedeutung der Systemintegration und Datenqualität
Trotz der Digitalisierung setzen 94 Prozent der Unternehmen weiterhin auf Excel als Brücke zwischen Systemen, was zu Lücken in der IT-Architektur führt. ERP-Systeme etwa von SAP werden in 85 Prozent genutzt, KI-Lösungen dagegen nur in einem Drittel der Unternehmen. Wichtige Hemmnisse für die Automatisierung sind Budgetbegrenzungen (71 %), Schwierigkeiten bei der Systemintegration (63 %) sowie Probleme mit der Datenqualität (56 %).
KMU und Großunternehmen im Fokus
Die Studie basiert auf Befragungen von 84 Unternehmen verschiedener Größen und Branchen in Deutschland. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede im Digitalisierungsgrad. Während knapp ein Viertel den Transformationsstand als hoch einschätzt, sehen fast die Hälfte diesen nur als mittelmäßig an.
„Compliance und Beratung werden sich strukturell trennen. Compliance-Themen werden häufiger automatisiert bearbeitet, während Steuerexperten verstärkt beratend tätig sind“, sagte Stefanie Nattkämper-Scholz, Partnerin bei Grant Thornton Deutschland.
Aktueller KI-Einsatz in der Steuerfunktion
Der Einsatz von KI-Technologien ist noch vergleichsweise gering. 44 Prozent der Unternehmen nutzen keine KI-Lösungen in der Steuerfunktion. Die Anwendung konzentriert sich überwiegend auf Dokumentengenerierung, Chatbots für Anfragen und automatisiertes Rechnungsabgleichsverfahren. Tools wie Robotic Process Automation (RPA) finden in 27 Prozent der Unternehmen produktiven Einsatz, während generative KI-Technologien und Machine Learning weniger verbreitet sind. Die nächste Generation Agentic AI befindet sich größtenteils noch in Planung oder Pilotphasen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Zukunft der Steuerfunktion in deutschen Unternehmen
Die Steuerfunktion wandelt sich vom reinen Compliance-Dienstleister zum strategischen Business-Enabler. Bereits 58 Prozent der Steuerabteilungen verstehen sich in Mischrollen aus Compliance und Beratung. 15 Prozent sehen sich als Business-Enabler, 16 Prozent als Teil des integrierten Planungsstabs. Steuerfunktionen beeinflussen zunehmend Entscheidungen zur Investitionsplanung, operativen Abläufen sowie Standort- und Lieferkettenthemen.
Für Unternehmen bedeutet der Wandel konkret:
- Automatisierung entlastet bei Routineaufgaben,
- Personal kann sich beratenden Tätigkeiten widmen,
- Steuerfunktionen werden Teil strategischer Unternehmenssteuerung.
Geplante weitere Schritte der Betriebe umfassen den Ausbau automatisierter Prozesse und die verstärkte Nutzung von KI-Technologien. Die darin liegenden Potenziale für mehr Transparenz und Entscheidungsunterstützung werden als wichtig angesehen.
Mehr zur Studie und ihrer Methodik erfahren Interessierte direkt bei Grant Thornton und Lünendonk. Mehr Informationen zur Digitalisierung von Unternehmen finden Leser auf regionalupdate.de sowie bei den Fachseiten von Lünendonk.
Quellen: Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Lünendonk & Hossenfelder GmbH, news aktuell.
Weiterführende Infos zu KI im Steuerwesen: Bundesministerium der Finanzen – Digitale Steuerverwaltung.
