Mannheim. Die Bedeutung der gynaekologischen vorsorge frauen ist vielen Frauen in Deutschland bewusst, dennoch gehen nur etwa die Hälfte regelmäßig zu entsprechenden Untersuchungen. Besonders junge Frauen zeigen Wissenslücken und wenig Risikobewusstsein hinsichtlich Humane Papillomviren (HPV) und Gebärmutterhalskrebs.
Vorsorge jetzt wichtig: Wissenslücken und Handlungsmotivationen bei der gynäkologischen Vorsorge für Frauen
Die aktuelle Studie der Initiative ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. und Roche Diagnostics mit 2.001 Frauen verdeutlicht, dass trotz hoher Akzeptanz für Gesundheitsvorsorge nur rund 50 Prozent der Frauen regelmäßig gynäkologische Untersuchungen wahrnehmen. Bei unter 20-Jährigen nimmt nur circa ein Drittel regelmäßig Vorsorgetermine wahr. Hauptgründe hierfür sind Vergessen, Angst vor der Untersuchung und Zeitmangel.
Gründe für die geringe Vorsorgenutzung
Die Studie identifiziert folgende Hürden:
- 40 Prozent der Befragten denken nicht an die Termine,
- 32 Prozent empfinden die Untersuchung als unangenehm oder haben Angst,
- 20 Prozent geben Zeitmangel als Grund an.
Erstaunlich ist, dass bei den unter 20-Jährigen ein Viertel Vorsorge für nicht notwendig hält, obwohl gerade frühzeitige Aufnahme der Vorsorge bedeutsam ist.
„Viele Frauen unterschätzen, wie wichtig Vorsorge auch schon in jungen Jahren ist. Wir alle sind gefordert, frühzeitig aufzuklären: Ärztinnen und Ärzte genauso wie Familie, Freundinnen, Schulen und auch die Medien. Denn jede verpasste Vorsorge ist eine verpasste Chance zur Früherkennung und zum Erhalt von Lebensqualität“, sagte Dr. med. Christina Engelhard, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologin.
Wissenslücken zu HPV und Gebärmutterhalskrebs
Ein Drittel der 18- bis 19-jährigen Frauen hat laut Befragung noch nie von HPV gehört. Nur etwa die Hälfte weiß, dass HPV sexuell übertragbar ist. Die tatsächliche Verbreitung von HPV wird mit geschätzten 41 Prozent deutlich unterschätzt, da die meisten Menschen sich im Laufe ihres Lebens mehrfach infizieren.
Die HPV-Impfung und der HPV-Test sind wichtige Instrumente zur Prävention und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Dennoch fühlen sich nur 15 Prozent der Frauen gut informiert, bei den Jüngeren sind es lediglich drei Prozent.
„Ich hatte keine Ahnung, was HPV ist – bis ein auffälliger Pap-Abstrich beim Frauenarzt alles verändert hat. Die Diagnose einer Krebsvorstufe war ein Schock. In meinem Fall musste operiert werden, aber ich habe alles gut überstanden. Heute möchte ich andere darauf aufmerksam machen, wie wichtig Früherkennung ist“, berichtete Künstlerin und Aktivistin Vreni Frost.
Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, mit Nachholimpfung bis zum 18. Geburtstag. Jedoch wissen 50 Prozent der Frauen, die nicht geimpft wurden, nicht, dass eine Impfung auch im Erwachsenenalter sinnvoll sein kann.
Vorsorge jetzt wichtig: Förderung der Aufklärung und ärztlichen Ansprache
Die Befragung zeigt, dass viele Frauen nicht von ihren Ärztinnen oder Ärzten aktiv auf HPV-Tests angesprochen werden. Dabei motiviert die ärztliche Beratung 70 Prozent der Frauen, sich mit HPV-Test und Impfung auseinanderzusetzen.
- Eine frühzeitige, niedrigschwellige Information auf verschiedenen Ebenen ist entscheidend.
- Die Ärztinnen und Ärzte spielen eine zentrale Rolle, um junge Frauen besser zu informieren und Motivationen zu stärken.
Beispielhafte Informationsangebote bietet zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Abschluss: Bedeutung für die Region und praktische Empfehlungen für Frauen
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, auch in der Region verstärkt über gynäkologische Vorsorge aufzuklären. Frauen im Kreis Mannheim und den umliegenden Gebieten sollten frühzeitig über HPV, Gebärmutterhalskrebs und die Möglichkeiten der Prävention informiert werden. Ärztinnen und Ärzte können dabei als wichtige Ansprechpartner dienen.
Für die betroffenen Frauen bedeutet das konkret: Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, Impfungen und HPV-Tests nicht zu vernachlässigen und sich bei Unklarheiten aktiv an Gesundheitsdienstleister zu wenden. Geplante Aufklärungskampagnen und Informationsveranstaltungen könnten helfen, Wissenslücken zu schließen und das Risikobewusstsein zu erhöhen.
Weiterführende Informationen zu gynäkologischer Vorsorge und HPV bietet das Gesundheitsportal regionalupdate.de sowie die offizielle Seite des Robert Koch-Instituts www.rki.de mit wissenschaftlich fundierten Inhalten.
