Mannheim. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass die gynaekologische vorsorge frauen in Deutschland zwar als wichtig angesehen wird, im Alltag aber oft vernachlässigt wird. Besonders jüngere Frauen gehen selten regelmäßig zur Vorsorge und verfügen über große Wissenslücken zum Thema HPV und Gebärmutterhalskrebs.
Wichtig für Frauen: Gynaekologische Vorsorge Frauen im Fokus
Bedeutung und aktuelle Nutzung der gynäkologischen Vorsorge
Gesundheitsvorsorge ist für 79 Prozent der befragten Frauen zwischen 18 und 55 Jahren grundlegend wichtig. Dennoch geht nur etwa jede zweite Frau regelmäßig zur gynäkologischen Vorsorge; bei den unter 20-Jährigen sind es sogar nur rund 33 Prozent. Als Hauptgründe nennen 40 Prozent, dass sie schlicht daran nicht denken, 32 Prozent empfinden die Untersuchung als unangenehm oder haben Angst und 20 Prozent fehlt die Zeit. Auffällig ist, dass ein Viertel der unter 20-Jährigen die Vorsorge für „nicht notwendig“ hält.
„Viele Frauen unterschätzen, wie wichtig Vorsorge auch schon in jungen Jahren ist. Wir alle sind gefordert, frühzeitig aufzuklären: Ärztinnen und Ärzte genauso wie Familie, Freundinnen, Schulen und auch die Medien“, sagte Dr. med. Christina Engelhard, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologin.
Wissensstand zu HPV und Gebärmutterhalskrebs
Humane Papillomviren (HPV) sind der häufigste Auslöser von Gebärmutterhalskrebs, dennoch haben viele junge Frauen erhebliche Wissensdefizite. Ein Drittel der 18- bis 19-Jährigen hat noch nie von HPV gehört. Nur die Hälfte kennt den sexuell übertragbaren Charakter des Virus. Die tatsächliche Infektionsrate wird von den Befragten mit 41 Prozent deutlich unterschätzt, da HPV-Infektionen im Leben sehr häufig sind.
Darüber hinaus sind HPV-Test und Impfung nur begrenzt bekannt. Lediglich 15 Prozent der Frauen fühlen sich gut über den HPV-Test informiert, bei den unter 20-Jährigen sind es nur 3 Prozent. Etwa die Hälfte weiß, dass auch Männer die HPV-Impfung erhalten können. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren mit Nachholimpfungen bis zum 18. Geburtstag; auch im Erwachsenenalter kann sie sinnvoll sein. Dennoch fehlt bei 50 Prozent der nicht im Jugendalter geimpften Frauen das Bewusstsein für diese Möglichkeit.
„Ich hatte keine Ahnung, was HPV ist – bis ein auffälliger Pap-Abstrich beim Frauenarzt alles verändert hat“, berichtete Künstlerin und Aktivistin Vreni Frost, Botschafterin der Initiative ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.
Die Rolle der ärztlichen Beratung und Aufklärung
Die Befragung ergab, dass etwa jede zweite Frau, die bisher keinen HPV-Test gemacht hat, von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nicht auf das Thema angesprochen wurde. Gleichzeitig ist die ärztliche Beratung für 70 Prozent der Befragten die wichtigste Motivation, sich mit HPV-Test und -Impfung auseinanderzusetzen.
- HPV-Test ist ein zentrales Element der Früherkennung, jedoch fühlen sich nur wenige Frauen gut informiert
- Die HPV-Impfung kann von Frauen und Männern wahrgenommen werden, das Wissen hierzu ist jedoch unzureichend
- Frühe und umfassende Aufklärung könnte Wissenslücken schließen und die Vorsorgebereitschaft erhöhen
Beispielhafte Plattformen mit weiterführenden Informationen sind Angebote des Robert Koch-Instituts zur HPV-Impfung.[^1]
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Schluss: Regionale Relevanz und Ausblick zur gynäkologischen Vorsorge
Die Ergebnisse der Befragung unterstreichen auch für die Region Mannheim die Notwendigkeit, junge Frauen besser über gynaekologische vorsorge frauen und HPV aufzuklären. Für Bürgerinnen bedeutet dies, Gesundheitsvorsorgestermine regelmäßig wahrzunehmen und sich frühzeitig mit Impfmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Ärztinnen und Ärzte spielen dabei eine zentrale Rolle als vertrauensvolle Ansprechpartnerinnen. Geplante Informationskampagnen auf regionaler Ebene könnten dazu beitragen, die Akzeptanz und Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen.
Interessierte Leserinnen finden weitere lokale Informationen über Vorsorgeangebote im Gesundheitsbereich unter regionalupdate.de sowie offizielle Empfehlungen zum Thema HPV-Impfung beim Robert Koch-Institut.
[^1]: Robert Koch-Institut: Impfempfehlungen und Informationen zu HPV, abgerufen Juni 2025, https://www.rki.de
Blockzitate und Listen basieren auf der Befragung „Laienbefragung HPV-Testung und -Impfung“ von Juli 2025, durchgeführt von der GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH im Auftrag von MSD Sharp & Dohme GmbH und Roche Diagnostics Deutschland GmbH.
