Hochschule Osnabrück forscht an Recycling smarter Textilien

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Lingen/Osnabrück. Ein neues Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück widmet sich der nachhaltigen Wiederverwertung von smarter Kleidung. Mit dem Fokus auf Recycling smarter Textilien soll durch automatisierte Sortiertechniken und recyclinggerechtes Design ein Beitrag zu regionalen Recyclingkreisläufen geleistet werden.

Innovation im Recycling: Recycling smarter Textilien

Herausforderungen bei der Rückgewinnung smarter Textilien

Smarte Textilien, die etwa bei Polizei, Feuerwehr oder im Sport verwendet werden, enthalten oft komplexe Elektronikkomponenten. Dies erschwert das Recycling erheblich. Prof. Dr.-Ing. Steffen Greiser vom Campus Lingen erklärt, dass Kleidung bislang meist per Hand sortiert werde und häufig über weite Strecken transportiert werde. Das sei weder nachhaltig noch effizient. Im Projekt „ReSiST-AR“ soll deshalb ein Robotersystem entstehen, das Kleidungsstücke automatisch scannt und intelligente Textilien erkennt.

Die Besonderheit liegt in der Beschaffenheit der Materialien: Kleidung ist weich, oft zerknittert und unterschiedlich sortiert. Herkömmliche Robotertechnik ist darauf bislang nicht ausgelegt. Die Forscher setzen auf multispektrale Kameras, 3D-Sensorik und KI-Algorithmen, um selbst überlappende und unterschiedlich strukturierte Textilien differenziert zu erfassen.

Design für Nachhaltigkeit und bessere Recyclingmöglichkeiten

Neben der Sortierung ist das Produktdesign ein zentraler Forschungsbereich. Am Campus Westerberg untersucht ein weiteres Team, wie Elektronikkomponenten so in die Textilien integriert werden können, dass sie stabil funktionieren, sich jedoch später leicht entfernen lassen. Prof. Dr.-Ing. Jens Schäfer betont die Bedeutung eines recyclingfreundlichen Designs, um den Lebenszyklus smarter Textilien zu verlängern und den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Die Forschung soll in einem Leitfaden resultieren, der Unternehmen Hilfestellung bei der Entwicklung langlebiger und gleichzeitig recyclingfähiger smarter Kleidung bietet.

Zusammenarbeit mit regionalen Partnern

Das Projekt wird mit rund 422.000 Euro vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Niedersachsen gefördert und erstreckt sich über zwei Jahre. Die Hochschule Osnabrück arbeitet eng mit lokalen Partnern zusammen. Moduco GmbH aus Lingen bringt Erfahrung bei Robotiksystemen ein, die auch kollaborative Roboter (Cobots) nutzen. Geschäftsführer Stephan Feldker beschreibt die technische Komplexität des automatisierten Sortierens als außergewöhnlich.

Die WKS Textilveredlungs-GmbH aus Wilsum sieht in dem Projekt großes Potenzial für die praktische Umsetzung von Second-Life-Konzepten. Geschäftsführer Michael Hofmann betont die Bedeutung automatisierter Sortier- und Reparaturlösungen, um große Mengen zurückgesendeter Kleidung wirtschaftlich aufzubereiten.

„Die Aufgabe kann nicht durch fest programmierte Abläufe gelöst werden“, sagte Stephan Feldker von Moduco GmbH.

Weitere Informationen zur Bedeutung und Herausforderungen des Textilrecyclings bietet das Umweltbundesamt unter Recycling von Textilien.

Eine Übersicht zu nachhaltiger Entwicklung und Recyclingprojekten an der Hochschule Osnabrück finden Interessierte unter regionalupdate.de.

Ausblick auf weitere Entwicklungen im Recycling smarter Textilien

Das zweijährige Projekt „ReSiST-AR“ startet im Jahr 2026 mit dem Ziel, erste Prototypen automatisierter Sortiersysteme und Designrichtlinien zu entwickeln. Nach Abschluss der Forschungen sind Pilotversuche geplant, um die entwickelten Technologien in industriellen Umgebungen zu testen. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, regionale Recyclingkreisläufe für smarte Textilien zu etablieren und so ökologische wie ökonomische Vorteile zu schaffen.

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