Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) macht anlässlich des Equal Pay Day am 27. Februar auf die anhaltende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern von 16 Prozent aufmerksam. Im Zentrum der Forderungen stehen mehr Gleichstellung, die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie und familienfreundliche Arbeitsbedingungen, um gleiches Entgelt Equal Pay in Deutschland voranzutreiben.
Gleiche Bezahlung jetzt: Forderungen und Herausforderungen für gleiches entgelt Equal Pay
Ursachen der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern
Die Lohnunterschiede von durchschnittlich 16 Prozent werden vor allem durch die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern bedingt. Viele Frauen arbeiten in Teilzeit, oft unfreiwillig, was ihre Chancen auf Weiterbildung und Karriere begrenzt und zu systematisch niedrigeren Stundenlöhnen führt. Diese Strukturen wirken sich langfristig auf Einkommen und Altersvorsorge aus.
Der Stellenwert von Tarifverträgen und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen
Tarifbindung erhöht den Verdienst von Frauen deutlich – in Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie um mehr als 11 Euro pro Stunde brutto. Dennoch nimmt die Tarifbindung insgesamt ab, was sich negativ auf die Einkommensgerechtigkeit auswirkt. Verbesserungen in Betreuungs- und Pflegestrukturen sowie verlässlich planbare Arbeitszeiten sind laut Gewerkschaften wichtige Voraussetzungen, um Frauen zu stärken und finanzielle Unabhängigkeit zu fördern.
„Lohnunterschiede sichtbar zu machen, ist der erste Schritt, um sie abzubauen“, sagte Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGB.
„Mit Tarif verdienen auch Frauen mehr. Das zeigt einmal mehr: Tarifbindung wirkt – und gehört dringend nachhaltig und für alle gefördert!“, erklärte Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall.
„Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt werden kann“, ergänzte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende.
Gleichstellung und Transparenz als nächste Schritte
Als konkrete Maßnahmen fordert der DGB die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die Unternehmen verpflichtet, Lohnunterschiede sichtbar zu machen. Zudem sollen familienfreundliche Arbeitszeiten ausgebaut und mehr Kita-Plätze bereitgestellt werden. Diese Schritte sollen die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen stärken und langfristig die Lohnlücke verringern.
Weitere Informationen zur Arbeit des DGB und zum Equal Pay Day finden Sie auf regionalupdate.de. Details zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie bietet die offizielle Seite der Europäischen Union: europa.eu.
- Equal Pay Day 2025: Lohnlücke verkleinert sich, aber regionale Unterschiede bleiben bestehen
- Equal Pay Day weist auf Lohnlücke im Emsland hin
- Aktionen zum Equal Pay Day und Frauentag in Papenburg
- Mehr Raum für den Bauhof – Spelle investiert in bessere Arbeitsbedingungen
- VdK kritisiert große Lohnlücke zwischen Männern und Frauen
