Schreiadler durch illegale Jagd bedroht am Tag des Artenschutzes

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Hamburg. Schreiadler illegale Greifvogeljagd bedrohen den Bestand dieser großen Greifvögel besonders auf ihrem Rückweg aus Afrika, wo Wilderer im Nahen Osten sie töten. Parallel setzen sich deutsche Schutzprogramme für den Erhalt der Art in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ein.

Gefährliche Heimkehr Schreiadler: Schutzbemühungen gegen illegale Greifvogeljagd

Die Zugrouten der Schreiadler verlaufen ausschließlich über Land, was die Vögel zwingt, das Mittelmeer östlich zu umfliegen und durch den Nahen Osten zu ziehen. Dort ist die Gefahr durch illegale Greifvogeljagd besonders hoch. Wilderer töten die Tiere, um deren Federn, Schnäbel oder Krallen als Trophäen zu nutzen. Zudem wird die Jagd sozial gefeiert, da Jagderfolge in sozialen Medien verbreitet werden.

Die Deutsche Wildtier Stiftung arbeitet international daran, Jagd- und Artenschutzorganisationen für das Thema zu sensibilisieren und fördert grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der UN-Bonner Konvention, die den Schutz wandernder Tierarten regelt. Vor Ort versuchen Anti-Wilderer-Camps, Abschüsse durch Präsenz zu verhindern.

Nationale Schutzprogramme und Monitoring

In Deutschland engagiert sich die Deutsche Wildtier Stiftung seit Sommer 2024 im Nationalen Artenhilfsprogramm „Gemeinsam für den Schreiadler“, das bis 2028 läuft und vom Bundesamt für Naturschutz mit rund neun Millionen Euro gefördert wird. Das Programm umfasst Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, wo nur noch knapp 140 Brutpaare leben.

Christiane Röttger, Koordinatorin des Programms, erklärt:

„Schreiadler beginnen erst im Alter von etwa fünf Jahren zu brüten und ziehen meist nur ein Küken pro Jahr groß. Darum ist es wichtig, dass möglichst viele Altvögel überleben und lange für Nachwuchs sorgen können.“

Die Bemühungen konzentrieren sich auf die Sicherung der Lebensräume. Hierfür sind 80 Horstbetreuer aktiv, um störungsarme Wälder mit intakten Horsten und ausreichend Nahrung für die Adler zu erhalten. Zu den wichtigsten Biotopen gehören extensiv bewirtschaftete Wiesen, feuchte Senken und renaturierte Kleingewässer, Lebensräume von Hauptbeutetieren wie Feldmäusen und Fröschen.

Zusammenarbeit mit Landwirten

Die Experten beraten Landwirte, ihre Flächen schreiadlerfreundlich zu bewirtschaften. Dazu zählt das regelmäßige Mähen, da Schreiadler ihre Beute zu Fuß jagen. Durch die Kombination von Schutzmaßnahmen und Habitatmanagement soll die Brutperiode möglichst erfolgreich verlaufen.

„Im Rahmen unseres Projekts wurden im letzten Jahr rund 70 Schreiadler beringt. Wir sind zuversichtlich, dass alle Vögel wohlbehalten zurückkehren“, sagte Christiane Röttger.

Die Zugbewegungen der Schreiadler lassen sich über Satelliten-Telemetrie nahezu in Echtzeit verfolgen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Schutz der Schreiadler in der Region – Bedeutung für Bürger und Landschaft

Die Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zeigen, wie wichtig lokale und internationale Zusammenarbeit beim Erhalt wandernder Arten ist. Für die Bevölkerung bedeutet der Schutz der Schreiadler auch die Pflege offener, artenreicher Landschaften mit extensiver Landwirtschaft und naturnahen Feuchtgebieten. Das Programm fördert neben dem Artenschutz auch den Erhalt wertvoller Lebensräume.

Derzeit laufen die Aktivitäten des Nationalen Artenhilfsprogramms „Gemeinsam für den Schreiadler“ bis 2028, mit Schwerpunkt auf Lebensraumgestaltung und Monitoring. Bürgerinnen und Bürger können sich durch unterstützende Initiativen oder die Zusammenarbeit mit Naturschutzvereinen engagieren.

Weitere Informationen zum Schreiadler und den Schutzmaßnahmen finden sich auf regionalupdate.de sowie auf den Seiten der Deutschen Wildtier Stiftung unter Schreiadler-Steckbrief. Ausführliche Daten zur Zugroute liefert die Deutsche Wildtier Stiftung auf ihrer Website. Offizielle Informationen zum internationalen Artenschutz bietet die Bonn-Konvention.


Quellenangabe: Deutsche Wildtier Stiftung, Bundesamt für Naturschutz, NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern

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