München. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat in ihrer aktuellen Stellungnahme zu Risiken NGT Pflanzen keine neuen Gefahren identifiziert. Im Gegensatz dazu kritisiert der Verein Testbiotech diese Einschätzung und legt in einem nun veröffentlichten Bericht dar, dass wesentliche Studien zu Umweltwirkungen von NGT-Pflanzen von der EFSA nicht berücksichtigt wurden.
NGT-Pflanzen Risiken aufgedeckt
EFSA: Keine neuen Risiken bei NGT-Pflanzen
Die EFSA kommt in ihrer Bewertung zu dem Ergebnis, dass mit Neuer Gentechnik erzeugte Pflanzen keine besonderen oder neuen Risiken im Vergleich zu konventionell gezüchteten Pflanzen bergen. Dabei fokussiert sie sich vor allem auf Risiken, die als neuartig eingestuft werden müssen. Aufgrund dieser Herangehensweise sieht die EFSA keine Notwendigkeit für umfassende Umweltprüfungen vor einer Freisetzung.
Kritik von Testbiotech an der Risikobewertung der EFSA
Testbiotech widerspricht dieser Sicht und weist darauf hin, dass viele Studien zu Umweltrisiken von NGT-Pflanzen in der EFSA-Stellungnahme nicht berücksichtigt wurden. Der Verein nennt unter anderem negative Auswirkungen auf Bestäuber, Störungen von Nahrungsnetzen, Invasivität, Ertragseinbußen sowie Effekte auf Bodenorganismen. Zudem fehlen systematische Vergleiche zwischen NGT-Pflanzen und konventionell gezüchteten Pflanzen, was aus Sicht von Testbiotech ein wesentlicher Schwachpunkt der EFSA-Analyse ist.
Umweltwirkungen und spezifische genetische Eigenschaften
Der Bericht von Testbiotech stellt heraus, dass NGT-Pflanzen spezifische genetische Veränderungen aufweisen können, die sich deutlich von Ergebnissen der konventionellen Züchtung unterscheiden. Diese Eigenschaften seien in der wissenschaftlichen Literatur mehrfach mit potenziellen Risiken in Zusammenhang gebracht worden. Die EFSA hingegen beschränke ihre Risikosuche auf „neue“ Risiken, wodurch bereits bekannte, aber nicht neuartige Risiken ignoriert werden.
„Die EFSA ‚übersieht‘, dass spezifische Risiken von NGT-Pflanzen wissenschaftlich bereits mehrfach dokumentiert sind,“ so Testbiotech.
Bedeutung für die Regulierung von NGT-Pflanzen
Die Stellungnahme der EFSA dient der Europäischen Kommission als Begründung für eine mögliche Deregulierung von NGT-Pflanzen. Schätzungen zufolge könnten über 90 Prozent der aktuell erforschten NGT-Pflanzen künftig ohne verpflichtende Umweltrisikoprüfungen freigesetzt und vermarktet werden. Diese Entwicklung wird von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen kritisch betrachtet.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Abschluss: Regionale Bedeutung und Ausblick
Die Diskussion um Risiken NGT Pflanzen betrifft auch die Region München und umliegende Gebiete, da hier Forschung und Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen eine Rolle spielen könnten. Für Bürgerinnen und Bürger ist es wichtig, über die möglichen Auswirkungen solcher Pflanzen auf Umwelt und Landwirtschaft informiert zu sein.
Die Debatte um die EU-weite Regulierung hat Auswirkungen auf Anbauverfahren und Umweltstandards vor Ort. Testbiotech und andere Akteure fordern eine sorgfältige Prüfung der Umweltrisiken unabhängig von der Frage, ob diese als „neu“ gelten. Weitere Entwicklungen in diesem Bereich werden aufmerksam verfolgt. Termine für öffentliche Anhörungen oder Informationsveranstaltungen sind derzeit nicht bekannt, werden aber von regionalupdate.de berichtet.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie bei regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Webseite der EFSA.
