Mehrheit wird im Gesundheitssystem benachteiligt – Dr. Usluer bei Deutschland3000

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Digitale Realität

Hamburg. In der aktuellen Folge des N-JOY Podcasts „Deutschland3000“ spricht Dr. Mertcan Usluer über strukturelle Probleme im Gesundheitssystem. Im Mittelpunkt stehen die Gesundheitssystem Benachteiligung Menschen sowie seine Erfahrungen mit Burnout während der Klinikarbeit.

Gesundheit systemkritik

Dr. Mertcan Usluer, Gynäkologe und als „Gynäkollege“ bekannt, beschreibt die Belastungen, die Fachkräfte im Gesundheitssystem erleben. Laut seiner Aussage kam es zu teils 20-Stunden-Schichten mit anschließenden dringenden Operationen. Diese Überlastung wirke sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und damit auf die Patientensicherheit aus.

Burnout und Arbeitsbedingungen

Der Arzt erklärt, dass der Burnout, aufgrund dessen er seit Januar nicht mehr im Krankenhaus tätig ist, durch das System begünstigt wurde. Die hohe Arbeitsbelastung und der Wunsch, Patienten zu helfen, würden von Krankenhäusern und Krankenkassen ausgenutzt. Dies betreffe neben Ärzten auch Pflegepersonal, Hebammen und Reinigungskräfte.

„Ich habe teilweise 20 Stunden gearbeitet und dann kam ein Notfall und ich muss nachts noch eine Person operieren. Du kannst mir nicht sagen, dass ich top of my game bin und fit genug bin, um einen Menschen neben mir in der Hand zu haben, nachdem ich 20 Stunden nichts gegessen habe, gar nicht geschlafen habe und gerade so stehen kann“, sagte Usluer.

Benachteiligung im Gesundheitssystem

Usluer kritisiert zudem die ungleiche Gesundheitsversorgung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Besonders Frauen, queere Menschen, migrantisierte Menschen und Menschen mit Behinderungen hätten es statistisch erwiesen schwerer, faire medizinische Versorgung zu erhalten. Er verweist auf die jahrhundertelange Orientierung am „weißen Hetero-Cis-Mann“ als Norm in der medizinischen Forschung und Praxis.

So sei etwa bei Frauen die Dosierung von Schlafmedikamenten nicht angemessen erforscht, was zu gefährlichen Nebenwirkungen führen könne. Herzinfarkte würden bei Frauen häufiger fehldiagnostiziert und schwarze Mütter hätten ein deutlich höheres Risiko bei Geburten.

„Es ist peinlich, dass wir den weißen Hetero-Cis-Mann als Normkörper betitelt haben“, sagte der Gynäkologe.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Gesundheitsversorgung in Hamburg – Herausforderungen und Perspektiven

In Hamburg spiegeln sich ähnliche Herausforderungen wider wie im bundesweiten Gesundheitssystem beschrieben. Fachkräftestadien sind auch hier von hohen Belastungen betroffen. Die Forderungen nach gerechterem Zugang zur Gesundheitsversorgung verschiedener Bevölkerungsgruppen gewinnen an Bedeutung.

Für Betroffene bedeutet dies, dass sie ihre Rechte und eine individuelle Versorgung einfordern sollten. Die Initiative „Deutschland3000“ bietet mit dem Podcast eine Plattform, um solche Themen zu diskutieren und Bewusstsein zu schaffen.

Geplante Entwicklungen zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen in Kliniken zu verbessern und die Forschung sowie Versorgung für benachteiligte Gruppen zu stärken. Weiterführende Informationen zu regionalen Gesundheitsangeboten finden Interessierte unter anderem auf regionalupdate.de.

Mehr zum Podcast und zur gesellschaftlichen Debatte bietet die ARD Audiothek: Deutschland3000 mit Eva Schulz.


Quellen:
NDR Norddeutscher Rundfunk – Originalmeldung (via news aktuell)
ARD Audiothek – Podcast Deutschland3000

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