Tierische Helden gegen Raupenbefall im Emsland

Anzeige
Digitale Realität

Meppen. Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner setzt der Landkreis Emsland verstärkt auf Meisen gegen Raupenbefall. Dazu wurden bereits 335 Nistkästen entlang von Kreisstraßen und Radwegen aufgehängt, um die natürlichen Fressfeinde des Schädlings zu fördern.

Natürliche Schädlingsbekämpfer: Meisen gegen Raupenbefall

Meisen als biologische Kontrolleure

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist als Schädling bekannt, dessen Raupen bei Kontakt mit den Brennhaaren Haut- und Atemwegsreizungen auslösen können. Besonders betroffen sind in Folge der Klimaerwärmung inzwischen alle Regionen im Landkreis Emsland. Meisen sind natürliche Fressfeinde des EPS und nutzen die Raupen im Larvenstadium als Nahrung, insbesondere zur Fütterung ihrer Jungtiere.

Seit 2020 setzt der Landkreis deshalb auf die Förderung von Meisenpopulationen durch das Anbringen von Nistkästen an Eichen entlang von Kreisstraßen. Durch diese Maßnahme soll eine umweltverträgliche und nachhaltige Bekämpfung der Raupen erreicht werden.

Aktion im Esterfelder Forst und landkreisweite Planung

Mit dem Start der Brutzeit wurden zahlreiche Nistkästen im Esterfelder Forst entlang der Versener Straße in Meppen installiert. Die Kreisstraßenmeistereien Bawinkel und Dörpen, zuständig für unterschiedliche Gebiete im Landkreis, kümmern sich um die Anbringung. Markus Kuhl und Simon Schmitz von der Kreisstraßenmeisterei Bawinkel übernahmen die Montage der Kästen. Landrat Marc-André Burgdorf sowie der Dezernent Dr. Michael Kiehl begleiteten die Aktion.

Insgesamt sollen im gesamten Landkreis 335 Brutkästen aufgehängt werden. Die Kästen werden in Kooperation mit der St. Lukas Qualifizierung und der Arbeit Caritas GmbH hergestellt.

„Mit Beginn der Brutzeit sollen die Nistkästen, die die Kreisstraßenmeistereien installieren werden, dafür sorgen, dass sich Meisen zahlreich ansiedeln, um den Baumschädling biologisch zu bekämpfen. Das ist umweltgerecht und nachhaltig. Die Wirkung ist bei Massenbefall zwar begrenzt, aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung“, sagte Landrat Marc-André Burgdorf.

Weitere Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner

Trotz der Unterstützung durch Meisen setzt der Landkreis auch weiterhin andere Methoden ein. Bei starkem Befall werden die Raupennester durch Fachfirmen abgesaugt. Biozide werden seit 2022 nicht mehr eingesetzt. Die Kombination aus biologischen und mechanischen Maßnahmen soll den Schutz der Bevölkerung und der Natur sicherstellen.

Für Rad- und Urlaubstouristen im Emsland ist der Umgang mit dem EPS besonders wichtig, da die Brennhaare eine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellen können. Die Förderung der Meisenpopulationen trägt somit auch zur Sicherung von Naherholung und Tourismus bei.

Ausblick auf weitere Maßnahmen im Landkreis

Der Landkreis Emsland wird das Anbringen der Nistkästen fortsetzen und die Region weiterhin klimafest und umweltschonend gestalten. Weitere Aktionen im Rahmen des europaweiten Projekts Green Team sind geplant, um den Folgen der Klimaerwärmung effektiv entgegenzuwirken. Die Kombination aus biologischer Schädlingsbekämpfung und mechanischer Entfernung von Raupennestern soll langfristig helfen, den Eichenprozessionsspinner einzudämmen.

Mehr Informationen zum Eichenprozessionsspinner finden Interessierte auf den Seiten des Bundesumweltamts Eichenprozessionsspinner. Weitere regionale Beiträge zur Natur- und Umweltthematik bietet regionalupdate.de.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel