Neue Kampagne zeigt Tierquälerei im Pelzhandel

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Brüssel. Humane World for Animals fordert ein EU-weites Pelzhandel EU Verbot. Die Organisation präsentiert mit der Kampagne „Reality Projected“ die brutal schlechten Haltungsbedingungen auf Pelztierfarmen und unterstützt den wachsenden Druck auf die EU-Kommission, ein Verbot der Pelztierhaltung und des Pelzhandels zu erlassen.

Kampagne enthüllt Leid

Die neue Kampagne „Reality Projected“ zeigt eindrücklich das Leid von Nerzen, Füchsen, Marderhunden und Chinchillas auf europäischen Pelztierfarmen. Fotos aus Finnland, China und den USA, projiziert auf echte Pelzkleidungsstücke, verdeutlichen die grauenhaften Zustände, die hinter der glanzvollen Modewelt verborgen bleiben. Humane World for Animals nutzt die Zusammenarbeit mit dem Modefotografen Fro Rojas und der Agentur AKQA, um das Bewusstsein für die Probleme der Pelztierhaltung zu schärfen.

Wissenschaftliches Gutachten und EU-Situation

Laut einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erfüllen Pelztierfarmen in der EU die grundlegenden Tierschutzbedürfnisse nicht. Mehr als sechs Millionen Tiere leben noch auf fast 1.200 Farmen, vor allem in Ländern wie Finnland, Dänemark, Spanien, Griechenland und Ungarn. Trotz zahlreicher nationaler Verbote und Einschränkungen besteht die Haltung weiter. Die Missstände reichen von unzureichenden Käfiggrößen über das Fehlen artgerechter Beschäftigungsmöglichkeiten bis hin zu aggressivem Verhalten und Verletzungen.

„Die Europäische Union hat die Chance, sich beim Tierschutz auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen“, sagte Dr. Joanna Swabe von Humane World for Animals. „Wir brauchen jetzt ein Verbot.“

Zudem sind Pelztierfarmen medizinisch problematisch: Sie bergen Risiken für Zoonosen. So mussten in Europa und Nordamerika Millionen Nerze infolge von COVID-19-Verdachtsfällen getötet werden. Auch Influenza-Viren stellen an den Farmen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Pelzhandel EU Verbot: Forderungen und gesellschaftlicher Wandel

Im Jahr 2023 unterzeichneten mehr als 1,5 Millionen EU-Bürger*innen die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ und fordern ein EU-weites Verbot von Pelztierhaltung und Pelzhandel. Humane World for Animals sammelt derzeit zusätzliche Unterschriften für eine weitere Petition, die der EU-Kommission in Kürze übergeben wird. Die politische Antwort der Kommission wird im nächsten Monat erwartet.

Wirtschaftliche und ökologische Aspekte

Neben den Tierschutzfragen weist eine Studie auf die erhebliche Umweltbelastung durch Pelz hin. Die CO2-Bilanz von Nerzpelz ist demnach etwa 31-mal schlechter als die von Baumwolle. Auch Pelz von Marderhunden und Füchsen hat eine deutlich höhere Klimabelastung als viele andere Materialien. Immer mehr Modemarken verzichten aus ethischen Gründen auf Pelz, darunter bekannte deutsche und internationale Unternehmen. Auch die großen Fashion Weeks und bekannte Modezeitschriften haben sich zu pelzfreien Richtlinien verpflichtet.

  • 24 europäische Länder haben die Pelztierhaltung verboten, darunter 18 EU-Mitgliedstaaten.
  • In der EU bestehen trotz teilweise strengerer Vorschriften weiterhin große Farmen mit Millionen Tieren.
  • Über 1.600 Modemarken weltweit haben sich zu pelzfreier Produktion verpflichtet.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

EU-Entscheidung erwartet: Konsequenzen für Verbraucherinnen und Verbraucher

Die EU-Kommission steht vor einer bedeutenden Entscheidung über ein mögliches EU-weites Verbot der Pelztierhaltung. Sollte ein Vorschlag eingebracht werden, müssten das Europäische Parlament und der Rat der Minister darüber abstimmen. Für Verbraucher*innen in der Region und ganz Europa könnte das Verbot eine Verschiebung hin zu tierfreundlicher Mode bedeuten sowie einen Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz leisten. Die Kampagne von Humane World for Animals unterstützt dabei die öffentliche Debatte und sensibilisiert für die Thematik.

Weitere Informationen zur Thematik Tierschutz und Modepolitik finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie beim European Food Safety Authority (EFSA). Die Kampagne „Reality Projected“ und zahlreiche Bildmaterialien sind auf der Website von Humane World for Animals verfügbar.


Kontakt und weiterführende Informationen sind auf den genannten Webseiten abrufbar.

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