Kempten. Das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) legt den Fokus verstärkt auf das Thema Übertourismus Bayern Management. In einem Online-Dialog mit Tourismusfachleuten aus verschiedenen bayerischen Regionen wurden Herausforderungen und Lösungsansätze für den damit verbundenen steigenden Besucherandrang diskutiert.
Nachhaltiges Tourismusmanagement jetzt
Herausforderungen des Übertourismus in Bayern
In Bayern ist Übertourismus kein flächendeckendes Problem, sondern tritt vor allem zeit- und ortsbezogen auf. Besonders stark betroffen sind unter anderem die Regionen um Grainau, Füssen und München. Hier führen viele Tagesbesucher und Ferienwohnungen zu zunehmendem Druck auf Infrastruktur, steigenden Preisen für Immobilien sowie einer Beeinträchtigung der regionalen Identität.
Eine aktuelle Studie des BZT zeigt, dass 55 Prozent der deutschen Bevölkerung den Begriff Übertourismus kennen und 46 Prozent bereits Erfahrungen damit gemacht haben. Die Folgen prägen das Reiseverhalten vieler Menschen, die häufiger touristische Brennpunkte meiden und lieber in der Nebensaison verreisen.
Beteiligte Akteure und Lösungsansätze
Die Verantwortung für ein nachhaltiges Management sehen Befragte vor allem bei den Reisenden selbst (67 Prozent) sowie bei Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern (40 Prozent). Prof. Alfred Bauer, Leiter des BZT, betont die zunehmende gesellschaftspolitische Bedeutung des Themas und die Notwendigkeit, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte auszubalancieren.
Regionale Akteure bringen spezifische Perspektiven ein: Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl weist auf die hohe Belastung des Eibsees durch bis zu 15.000 Tagesgäste täglich hin. Füssen Tourismus Geschäftsführer Stefan Fredlmeier fordert ein gemeinwohlorientiertes Destinationsmanagement und stärkere Bürgerbeteiligung. Der Präsident des Busverbandes RDA, Benedikt Esser, plädiert für intelligente und datenbasierte Verkehrssteuerung, während Ralf Zednik von München Tourismus gezielte Besucherlenkung und Entsaisonalisierung als Mittel zur Erhaltung der Attraktivität der Landeshauptstadt sieht.
„Auffällig ist, dass sich der Diskurs seit den Corona-Jahren von einer reinen Branchenfrage hin zu einer politisch-gesellschaftlichen Debatte verschiebt“, sagte Prof. Alfred Bauer.
- Steigerung des Tagestourismus vor allem an bekannten Hotspots
- Steigende Immobilienpreise durch Nutzung von Ferienwohnungen
- Veränderung des Reiseverhaltens der Bevölkerung
- Forderungen nach Daten-gestützter Besucherlenkung und Bürgerbeteiligung
Informationen zum Online-Dialog und weiterführende Studien finden Sie auf der offiziellen Seite des Bayerischen Zentrums für Tourismus.
Beispiel: Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
In Bayern zeigt sich, dass Übertourismus differenziert betrachtet und gesteuert werden muss. Für Bürgerinnen und Bürger sind vor allem die Auswirkungen auf Wohnraum, Infrastruktur und Lebensqualität relevant. Die Entwicklungen erfordern eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, von Kommunen über die Tourismusbranche bis hin zur Politik.
Das BZT plant weitere Veranstaltungen, wie das Online-Format „BZT Aktuell“ am 26. März, in dem Ergebnisse vertieft und Strategien für ein nachhaltiges Tourismusmanagement vorgestellt werden. Solche Maßnahmen sollen helfen, die Balance zwischen touristischer Attraktivität und regionaler Lebensqualität langfristig zu sichern.
Weiterführende Informationen gibt es unter anderem bei regionalupdate.de sowie der Tourismusplattform Bayern.
