Darmstadt. Das europäische Forschungsprojekt FlexCycle Recycling Robotik entwickelt neue autonome Systeme zur Wiederverwertung flexibler Materialien wie Textilien, Kabeln und Brennstoffzellenmembranen. Mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro arbeiten zwölf Partner aus sechs Ländern an der industriellen Automatisierung komplexer Recyclingprozesse.
Innovatives Recycling jetzt: FlexCycle Recycling Robotik auf dem Weg zur effizienten Wiederverwertung flexibler Materialien
Herausforderungen bei der Automatisierung flexibler Materialien
Im Gegensatz zu starren Gegenständen ist die automatische Handhabung flexibler und verformbarer Materialien in der Industrie bislang schwierig. Textilien, Kabelbündel und empfindliche Membranen erfordern spezielle Verfahren, da sie sich ihrer Form ständig anpassen und in komplexen Strukturen vorliegen. FlexCycle will diese Hürden mit innovativer Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) überwinden. Dabei sollen autonome Systeme in der Lage sein, weiche Materialien präzise zu identifizieren, zu handhaben und zu demontieren.
Spezifische Anwendungsbereiche und Technologien
Das Projekt konzentriert sich auf drei Schlüsselbereiche:
- Brennstoffzellen: Roboter extrahieren flexible, mit PFAS belastete Membranen sicher und fördern die Rückgewinnung wertvoller Edelmetall-Katalysatoren, um Umweltrisiken zu minimieren.
- Textilien: KI-basierte Systeme erkennen Nähte, um Knöpfe und Reißverschlüsse zu entfernen und die Stoffe für das Recycling aufzubereiten.
- Kabel: Roboter navigieren durch verhedderte Kabelbündel, isolieren einzelne Leitungen und entfernen Isolierungen, um Kupfer und andere Metalle zurückzugewinnen.
Fraunhofer-Institute stärken technologische Innovationen
Innerhalb des Konsortiums bringen zwei Fraunhofer-Einrichtungen ihre Kompetenz ein:
- Das Fraunhofer IWKS fokussiert sich auf die Wiederverwertung von Platin in PEM-Brennstoffzellen, um Ressourcen effizient im Kreislauf zu halten.
- Das Fraunhofer LBF arbeitet an Verfahren zur nachhaltigen Verwertung fluorhaltiger Membranen durch chemische Auflösung und Depolymerisation, um ökologische und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Koordination und Ausblick
Das Projekt wird vom Istituto Italiano di Tecnologia koordiniert und unter Horizon Europe gefördert. Innerhalb von vier Jahren sollen Demonstratoren entstehen, die die Praxistauglichkeit der entwickelten Technologien für verschiedene Industriezweige unter Beweis stellen.
„FlexCycle entwickelt autonome Systeme, die flexible Materialien nicht nur erkennen, sondern auch sicher und effizient demontieren können“, sagte eine Projektsprecherin des Fraunhofer LBF.
Diese Fortschritte bieten wichtige Perspektiven für die Verbesserung der Recyclingprozesse und tragen zur Schonung wertvoller Ressourcen bei.
Weitere Informationen zum Thema Recyclingtechnologie finden Sie auf regionalupdate.de und beim europäischen Forschungsprogramm Horizon Europe.
Nächste Schritte im FlexCycle-Projekt
In den kommenden Jahren steht die Entwicklung funktionierender Systemdemonstratoren im Mittelpunkt. Dabei werden alle Gewerke zusammengeführt, um die industrielle Tauglichkeit zu testen. Geplant sind zudem die Übertragung der Methoden auf weitere Anwendungsfelder und die Optimierung der KI-Modelle für unterschiedliche flexible Materialien. Hierbei spielt die Zusammenarbeit der internationalen Partner eine zentrale Rolle.
Weitreichende Tests, Demonstrationen und schließlich die Markteinführung sollen den Übergang zu einem automatisierten, nachhaltigen Recycling flexibler Materialien ermöglichen. So wollen die Beteiligten langfristig Umweltbelastungen reduzieren und die Wiederverwertung effizienter gestalten.
