Hamburg. Anna-Nicole Heinrich übernahm im Mai 2021 im Alter von 25 Jahren das Amt der Präses Evangelische Kirche in Deutschland, eines der höchsten Ämter der Evangelischen Kirche. Die heute 29-Jährige hebt hervor, wie junge Menschen in großen Institutionen neue Perspektiven einbringen können.
Junge Kirche stärken
Anna-Nicole Heinrich ist nicht nur die bisher jüngste Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, sondern auch eine Stimmenverstärkerin für die Jugend in kirchlichen Strukturen. Geboren und aufgewachsen in einer bayerischen Kleinstadt, zog sie zum Studium der Philosophie nach Regensburg, etwa 30 Kilometer entfernt. Ihre Herkunft aus einer Familie mit begrenzten finanziellen Mitteln prägt ihre Sicht auf den Zugang zu Bildung und gesellschaftlichem Engagement.
Aufwachsen und Weg ins Amt
Heinrich berichtet, wie sie mit dem Kindergeld, Ferienjobs im Freibad und Arbeit in einer Dorfkneipe ihre Studienzeit finanzierte. Trotz finanzieller Engpässe gelang ihr der Weg in ein wichtiges kirchliches Amt, das zuvor vor allem von erfahrenen Politikerinnen geprägt war. Sie sieht ihre Jugend als Vorteil, da von jungen Menschen andere Erwartungen gelten: Sie sollen „wilder“ sein und systemische Abläufe kritisch hinterfragen.
Haltung zu gesellschaftlichen Themen
Im Interview mit dem Magazin ZEIT CAMPUS spricht Heinrich offen über ihre Auffassung von Kirche und Gesellschaft: Zum Beispiel sieht sie Yoga als eine Art Konkurrenz zur Kirche und nimmt auch zur Wehrpflicht Stellung. Sie betont, dass die Verteidigung eines Landes aus christlicher Sicht nicht grundsätzlich verwerflich sei und dass der Friedensdienst unterschiedliche Formen annehmen könne. Heinrich differenziert zwischen radikalen Positionen in der Friedensdebatte.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Präses Evangelische Kirche: Bedeutung für die Region und die Glaubensgemeinschaft
Die Wahl von Anna-Nicole Heinrich als Präses signalisiert eine Öffnung der Evangelischen Kirche gegenüber jüngeren Generationen und verstärkt den Dialog über aktuelle gesellschaftliche Fragen. Für die Region Bayern und darüber hinaus ist sie ein Vorbild, das Herkunft und Ambitionen verbindet. Bürgerinnen und Bürger können von ihrem Engagement eine zeitgemäße Auslegung kirchlicher Werte erwarten.
Geplant sind weitere Diskussionsforen und Veranstaltungen, in denen Heinrich mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ins Gespräch kommen will. Die aktuelle Ausgabe des Magazins ZEIT CAMPUS, in der das Interview erschienen ist, bietet ausführliche Einblicke und ist im Handel sowie online erhältlich.
Mehr Informationen zu aktuellen Entwicklungen der Evangelischen Kirche finden Sie auf regionalupdate.de und auf der offiziellen Webseite der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD.
„Ich konnte Sachen machen, die sich erfahrenere Leute nicht hätten erlauben können“, sagte Anna-Nicole Heinrich im Interview.
„Die Friedensdebatte wird oft eingeteilt in Schwarz und Weiß, in radikale Pazifisten und Mörder. Dabei kann der Gang zur Bundeswehr wie auch ein Freiwilligendienst ein Friedensdienst sein“, so Heinrich weiter.
