Papenburg. Die Wachstumsregion Ems-Achse hat mit dem Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ eine neue Initiative gestartet, die junge Menschen bei der Suche nach dualen Ausbildungsplätzen unterstützt. Die „Job-Rutsche Ems-Achse Ausbildung“ zielt darauf ab, Jugendliche, die Orientierungslosigkeit oder Startschwierigkeiten haben, effektiv zu begleiten und kleinen sowie mittelständischen Unternehmen in der Region bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen zu helfen.
Neue Chancen für Azubis mit der Job-Rutsche Ems-Achse Ausbildung
Das Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ wurde von 70 Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und öffentlichen Institutionen aus dem Emsland, Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Vielfalt der über 300 Ausbildungsberufe in Deutschland sichtbar zu machen und den regionalen Fachkräftenachwuchs zu sichern.
Förderung und Unterstützung durch Bund und Region
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Bundesinstitut für Berufliche Bildung fördern das Vorhaben bis Juni 2028 im Rahmen des Programms JOBvision. Judith Ramrath vom Bundesinstitut kündigte zudem eine mögliche finanzielle Unterstützung über das Jahr 2028 hinaus an. Mit dem Förderprogramm sollen besonders kleine und mittelständische Unternehmen bei der zielgerechten Ansprache und Integration von Jugendlichen gestärkt werden.
„Wir wollen dem Mittelstand bei der Besetzung der Ausbildungsplätze unter die Arme greifen“, sagte Judith Ramrath.
Herausforderungen für Betriebe und Auszubildende
Dr. Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Ems-Achse, betonte trotz einer „Delle am Arbeitsmarkt“ den hohen Bedarf an Fachkräften, der vor allem in den jungen Menschen der Region gesehen wird. Projektleiter Fabian Rode sieht es als Aufgabe der Unternehmen an, neue Ideen zu entwickeln und die Sichtbarkeit ihrer Ausbildungsangebote zu erhöhen.
„Viele Jugendliche drohen durchs System zu rutschen, wenn wir sie nicht gezielt fördern“, sagte Fabia Rode.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass es in einigen Berufen, wie der Mechatroniker/-in für Kältetechnik, aktuell keine Bewerbungen gibt, während andere wie Elektroniker/-in weiterhin stark nachgefragt sind.
Konzepte der Job-Rutsche Ems-Achse Ausbildung für mehr Ausbildungsplätze
Praktika und Ausbilder-Qualifizierung
Ein wichtiger Baustein des Projekts ist die Verbesserung der Praktika-Angebote, die klar strukturiert und attraktiv gestaltet werden sollen. Zudem plant die Job-Rutsche Weiterbildungsangebote für Ausbilder, um den professionellen Umgang mit Auszubildenden zu stärken. Dabei sollen auch Probleme wie Aufmerksamkeitsdefizite und psychosoziale Herausforderungen der Jugendlichen berücksichtigt werden.
Netzwerk und gezielte Beratung für Jugendliche
Die Job-Rutsche fungiert als Vermittler zwischen Betrieben, Jugendlichen, Experten und Bildungsträgern. Das Projekt bietet Beratungsformate, um den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu erleichtern und junge Menschen inspirierend zu begleiten.
„Wir verstehen uns als Pfadfinder und Übersetzer für die ‚neue‘ Arbeitswelt“, erläuterte Fabian Rode.
Bedeutung von Wertschätzung und Menschlichkeit
In einem Impulsvortrag unterstrich Lars Dietrichkeit vom Educational Greenhouse, wie wichtig es ist, den jungen Beschäftigten Wertschätzung zu vermitteln und menschliche Aspekte mit Blick auf High-Tech-Berufe wie in der KI- und Robotikbranche zu fördern.
„Die jungen Mitarbeiter brauchen das Gefühl, dass sie etwas können und etwas wert sind“, so Dietrichkeit.
Ausblick: Berufliche Perspektiven in der Wachstumsregion Ems-Achse
Die Wachstumsregion Ems-Achse und ihre Mitglieder wollen mit dem Förderprojekt bis 2028 die Zahl der erfolgreich besetzten Ausbildungsplätze erhöhen. Durch das verbesserte Angebot an Praktika, Ausbilder-Qualifizierung und individuelle Begleitung der Jugendlichen sollen regionale Unternehmen gestärkt und Fachkräfte langfristig gesichert werden.
Unternehmen und Jugendliche finden weitere Informationen zum Projekt und zur Ausbildungsplatzsuche auf den Webseiten der Wachstumsregion Ems-Achse sowie in den Publikationen des Bundesinstituts für Berufliche Bildung.
Perspektiven der Job-Rutsche Ems-Achse Ausbildung für die Region
Das Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ ist bis Juni 2028 gefördert. Die regionalen Partner planen regelmäßige Workshops, Praxisangebote und Beratung für Jugendliche, um die Übergänge in Berufsausbildungen nachhaltig zu verbessern. Zugleich werden Unternehmen fortlaufend bei der Anpassung ihrer Ausbildungsprogramme unterstützt. Die Initiative zielt darauf ab, die Ausbildungsbereitschaft in der Ems-Achse langfristig zu erhöhen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
