Meppen. Am 10. März 2026 wurde mit der symbolischen Grundsteinlegung der Leitstellenneubau Meppen Emsland offiziell gestartet. Der Neubau der gemeinsamen Leitstelle Ems-Vechte AöR soll bis Ende 2027 entstehen und dient dem Bevölkerungs- und Katastrophenschutz für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim.
Neubau Leitstelle startet: Leitstellenneubau Meppen Emsland

Gemeinsames Projekt der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim
Der Neubau der Leitstelle Ems-Vechte wird auf einem Grundstück an der Süd-Nord-Straße/Antwerpener Straße in Meppen-Versen realisiert. Die Verträge für das Vorhaben sind abgeschlossen, der erste Spatenstich wurde mit der Einlassung einer Zeitkapsel durch Landräte und den Vorstand der Leitstelle vollzogen. Das dreigeschossige Gebäude erhält eine Fläche von etwa 4300 Quadratmetern und soll 2027 fertiggestellt sein. Geplant sind verschiedene Funktionsbereiche für zehn Arbeitsplätze der Disponenten, zwei zusätzliche Reserveplätze sowie weitere Arbeitsplätze für Telenotärztinnen und -ärzte sowie für Sonderlagen und Einsätze.
Die Kreistage der Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland hatten den Neubau gemeinsam beschlossen und setzen auf ein Öffentlich-Privates-Partnerschafts-Modell (ÖPP). Das Bauunternehmen G. Büter aus Ringe ist als Totalunternehmer für Bau, Finanzierung und Wartung sowie Gestaltung der Außenanlagen zuständig. Erste vorbereitende Erdarbeiten fanden bereits im Februar 2026 statt.

Leitstelle als zentrale Sicherheitsinfrastruktur
Das bestehende Leitstellenzentrum koordiniert rund um die Uhr Notrufe, Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz für etwa 460.000 Einwohner in dem gemeinsamen Einzugsgebiet. Landräte Uwe Fietzek und Marc-André Burgdorf betonen die Bedeutung der Leitstelle als „zentrales Nervensystem für die Sicherheit der Menschen“. Die Anlage wird nach dem KfW-40 Standard errichtet und setzt auf nachhaltige Energieversorgung mit Wärmepumpe, Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie Photovoltaik.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Ausfallsicherheit. Neben technischen Maßnahmen zur Absicherung gegen Stromausfall wird eine Rückfallebene vorbereitet, um im Notfall eine alternative Einsatzsteuerung zu gewährleisten. Dafür kommen die bestehenden Leitstellen in Meppen und Nordhorn als mögliche Ausweichstandorte in Betracht.
„Die Leitstelle Ems-Vechte hat sich zu einer Vorzeige-Leitstelle entwickelt, die für ihre Qualität und Innovationskraft bekannt ist. Für die Sicherheit der Menschen war diese Entscheidung genau richtig“, erläuterte Landrat Fietzek.
Fertigstellung und Inbetriebnahme
Die Fertigstellung des Neubaus ist für Ende November 2027 vorgesehen. Anschließend soll ein operativer Probebetrieb starten, der Voraussetzung für die Übernahme des Regelbetriebs ist. Danach wird die bisherige Leitstelle im Kreishaus Meppen außer Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 27,3 Millionen Euro. Die Landkreise tragen über 20 Jahre jährliche Belastungen von etwa 1,9 Millionen Euro zuzüglich Betriebskosten.
Weitere Informationen zum Leitstellenneubau finden Interessierte auf regionalupdate.de. Ergänzend bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) umfangreiche Details zum Thema Leitstellen im Katastrophenschutz unter www.bbk.bund.de.

Stärkung des regionalen Katastrophenschutzes
Der leitstellenneubau meppen emsland markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der regionalen Notfallinfrastruktur. Die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland setzen damit auf gemeinsame Strukturen zur effizienten Einsatzleitung. Die Fertigstellung bis Ende 2027 soll einen kontinuierlichen, sicheren Betrieb gewährleisten und die Versorgung der Bevölkerung bei Notfällen weiter verbessern.
