Wuppertal. Das Bundesarbeitsministerium plant, die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten in kleineren Unternehmen zu reduzieren. Die Regelung betrifft insbesondere Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten, in denen Sicherheitsbeauftragte künftig entfallen sollen. Die Fokus-Keyphrase sicherheitsbeauftragte kmu sicherheit ist dabei zentral für die Debatte um Arbeitsschutz in kleinen und mittleren Unternehmen.
Sicherheitsbeauftragte fehlen: Auswirkungen auf KMU und Sicherheit
Rechtliche Änderungen und ihre Bedeutung für KMU
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) schlägt vor, in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten (SiBe) abzuschaffen. Für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten soll nur noch ein einziger Sicherheitsbeauftragter vorgeschrieben sein. Die Sicherheitsbeauftragten übernehmen bislang ehrenamtlich wichtige Aufgaben wie die Unterstützung bei Sicherheitsbegehungen und die Meldung unsicherer Zustände.
Diese Änderungen sollen den bürokratischen Aufwand reduzieren, werfen aber Fragen auf, wie der Arbeitsschutz künftig praktisch umgesetzt wird. Wichtig ist, dass Arbeitgeber auch weiterhin freiwillig Sicherheitsbeauftragte benennen können. Die Veränderung berührt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), für die eine klare Verantwortlichkeit im Arbeits- und Gesundheitsschutz wesentlich ist.
Unterschiede nach Branche und Risikoprofil
Die Auswirkungen der geplanten Reduzierung der Sicherheitsbeauftragten hängen stark vom Risikoprofil des jeweiligen KMU ab. Einige Betriebe, wie Verwaltungsunternehmen mit wenigen physischen Gefahren, können Führungs- und Kommunikationsstrukturen nutzen, um Sicherheitsaufgaben zu übernehmen. In Unternehmen mit höheren Gefährdungen, beispielsweise in Lackierereien oder Betrieben mit Gefahrstoffen, sind Sicherheitsbeauftragte oft unverzichtbar für den kontinuierlichen Schutz.
Eine differenzierte Betrachtung auf Basis der Gefährdungsbeurteilung ist deshalb sinnvoller als eine reine Orientierung an der Beschäftigtenzahl. Meldepflichtige Arbeitsunfälle sind in Betrieben mit 10 bis 249 Mitarbeitenden vergleichsweise häufig, was die Notwendigkeit effektiver Sicherheitsmaßnahmen unterstreicht.
Neue Herausforderungen für KMU ohne feste SiBe
Wenn Sicherheitsbeauftragte in KMU wegfallen, stellt sich die Frage, wie die Rückmeldung aus dem Arbeitsalltag zur Sicherheit sichergestellt wird. In vielen Fällen werden Geschäftsführer oder Führungskräfte diese Aufgaben zusätzlich übernehmen müssen, was zu Zeitengpässen führen kann. Der Wegfall der SiBe kann so zu einem Rückgang der Sicherheitstransparenz und unter Umständen auch des Schutzniveaus führen.
„Fehlt die klare Zuständigkeit, entsteht nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Transparenz darüber“, heißt es in der Analyse der WandelWerker Consulting GmbH.
In Betrieben, in denen SiBe bisher aktiv eingebunden waren, dürfte der Wegfall eine spürbare Lücke erzeugen. Dort, wo die Rolle nur formal bestand, wird sich wohl weniger ändern. Die Kenntnis des Mehrwerts von Sicherheitsbeauftragten wird dazu führen, dass viele Betriebe trotz der gesetzlichen Erleichterungen SiBe weiter beschäftigen werden.
Praktische Lösungsansätze für den Arbeitsschutz
Um trotz der geplanten Änderungen Arbeits- und Gesundheitsschutz wirksam umzusetzen, bietet sich in KMU die Integration von Sicherheitsaspekten in den Arbeitsalltag an. Bewährte Methoden sind zum Beispiel:
- Kurze Präventionsgespräche vor Arbeitsbeginn
- Einbindung der Mitarbeitenden bei Sicherheitsbegehungen
- Förderung der Meldung von Arbeits- und Beinaheunfällen
- Klare Verankerung der Sicherheitspriorität im Unternehmen
Auch die Qualifizierung von Führungskräften kann helfen, die Verantwortung für Sicherheit bewusst und kompetent wahrzunehmen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für regionale KMU und Arbeitsschutz in Wuppertal
In der Region Wuppertal und Umgebung betreiben viele kleine und mittlere Unternehmen ihre Arbeitssicherheit vor allem über Sicherheitsbeauftragte. Die geplante Gesetzesänderung wird für sie eine Herausforderung bedeuten. Die Unternehmen sollten prüfen, wie sie künftig die operative Rückmeldung aus den Arbeitsprozessen sicherstellen. Für die Beschäftigten ist entscheidend, dass die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht leidet und Gefahren frühzeitig erkannt und behoben werden.
Die WandelWerker Consulting GmbH aus Wuppertal unterstützt KMU dabei, Arbeitsschutzmaßnahmen nachhaltig zu verbessern. Interessierte Unternehmen können sich dort fachlich beraten lassen. Weitere Informationen zum Umgang mit Arbeitsschutz und Sicherheitsbeauftragten finden Sie auch auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Nähere Details sowie vertiefende Informationen zur rechtlichen Situation und praxisnahen Lösungen finden Sie im Online-Magazin von regionalupdate.de.
