China Speed Light in Europa möglich: Produktionsvorsprung bei Autoherstellern

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Digitale Realität

München. Chinesische Unternehmen in der Autoindustrie entwickeln Fahrzeuge deutlich schneller und günstiger als europäische Wettbewerber. Die Analyse „China Speed Auto Industrie“ von Roland Berger zeigt, dass rund 60 Prozent der Kostenvorteile durch Design- und Systementscheidungen entstehen.

Effizienz & Entwicklungskraft

Schneller und kostengünstiger: China Speed Auto Industrie im Vergleich

Die Studie von Roland Berger offenbart, dass chinesische Autohersteller ihre Modelle 25 bis 30 Prozent schneller entwickeln und dabei 20 bis 30 Prozent kostengünstiger sind als europäische Konkurrenten. Diese Entwicklung basiert nicht ausschließlich auf niedrigeren Lohnkosten. Vielmehr stammen etwa 60 Prozent des Kostenvorteils aus gezielten Entscheidungen im Produktdesign und einer geringeren Variantenvielfalt. Ebenso tragen wettbewerbsfähige Lieferantenstrukturen und operative Effizienz zum Vorteil bei.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis zeigt, dass ein chinesischer Hersteller die Entwicklungszeit um 14 Monate verkürzen konnte. Dies gelang vor allem durch kürzere Entscheidungsphasen, einen hohen Anteil an virtuellen Tests und eine frühe Einbindung der Lieferanten.

Chancen für Europa durch gezielte Anpassungen

Die Analyse verdeutlicht, dass viele der in China angewendeten Methoden auch in Europa umsetzbar sind – wenn auch in einer reduzierten Form, als „China Speed Light“. Europäische Hersteller verfügen über Stärken wie tiefe Kundenkenntnis, hohe Qualität und regulatorische Expertise. Um jedoch wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie ihre Entwicklungszeiten sowie Kosten senken.

Die Integration chinesischer Praktiken wie parallele Software- und Hardwareentwicklung und ein straffer organisatorischer Ablauf bietet Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Damit könnten europäische Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Automobilmarkt verbessern.

„China Speed ist kein kulturelles Phänomen, sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen bezüglich Produktdesign, Portfoliokomplexität und der Lieferantenbasis. Und genau deshalb ist ein Teil davon auch in Europa umsetzbar“, sagte Oliver Knapp, Senior Partner bei Roland Berger.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung der Erkenntnisse für die regionale Autoindustrie

Für die Autoindustrie in Deutschland und Europa sind die Ergebnisse der Roland Berger Studie von hoher Relevanz. Die dort ansässigen Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten und Kosten zu senken, um mit der Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit chinesischer Hersteller Schritt zu halten.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnten sich durch schnellere Produktzyklen und kosteneffizientere Modelle Vorteile ergeben. Auch die Regionalentwicklung hängt von der Innovationskraft der Unternehmen ab. Weiterhin wird erwartet, dass die Autoindustrie verstärkt digitale und virtuelle Entwicklungsmethoden nutzt, wie sie in China bereits etabliert sind.

Umfassende Informationen zu Innovationen und Entwicklungen in der regionalen Industrie bietet regionalupdate.de. Ausführliche Details zur Studie sind bei Roland Berger verfügbar: Roland Berger Report „China Speed“.

Auch die Bundesregierung fördert Strategien zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in der Automobilbranche, nähere Hintergrundinfos dazu finden sich auf BMWi.de.

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