Halle. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel plant, dass künftig Sekundarschueler lernen Betriebe kennen können – und zwar durch sogenannte Praxislerntage an allen Sekundarschulen im Land. Bisher nutzen rund 60 Schulen dieses Modell, bei dem Schüler einen Tag pro Woche praktische Erfahrungen in Unternehmen sammeln.
Mehr Praxis fürs Lernen
Das neue Unterrichtsmodell ermöglicht es Acht- und Neuntklässlern, vier Tage wie gewohnt in der Schule zu verbringen und an einem Tag pro Woche in Betrieben praktische Erfahrungen zu sammeln. Bildungsminister Jan Riedel betont, dass das Modell den Übergang in eine Berufsausbildung erleichtert und die Motivation der Schüler für die Schule erhöht.
Ziele des Praxislernens
Durch regelmäßige Einblicke in den Arbeitsalltag sollen Schüler besser auf Berufsausbildungen vorbereitet werden. Unternehmen erhalten dadurch die Chance, potenzielle Nachwuchskräfte frühzeitig kennenzulernen, was auch dem regionalen Arbeitsmarkt zugutekommt.
Erweiterung des Modells
Bislang bieten rund 60 Schulen in Sachsen-Anhalt die Praxislerntage an. Künftig sollen alle Sekundarschulen, inklusive Gesamt-, Gemeinschafts- und Förderschulen (außer für geistige Entwicklung), dieses Modell umsetzen können. Die Teilnahme bleibt jedoch freiwillig.
Einschätzung der Handwerkskammer Halle
Die Handwerkskammer Halle äußert Bedenken bezüglich der Umsetzung. Dirk Neumann, Hauptgeschäftsführer der Kammer, weist darauf hin, dass es schwierig sein könnte, ausreichend Betriebe für die Praxislerntage zu gewinnen, besonders kleinere Handwerksbetriebe, die oft auf Baustellen tätig sind.
„Es wird schwer werden, genügend Betriebe zu finden, wenn die Praxislerntage im gesamten Land eingeführt werden“, sagte Dirk Neumann. Sein Vorschlag ist, Handwerker oder Handwerkssenioren direkt an die Schulen zu schicken, um Techniken effektiver zu vermitteln.
- Praxislerntage: vier Tage Unterricht, ein Tag in Betrieb
- Aktuell rund 3.900 teilnehmende Schüler
- Modell soll auf alle Sekundarschulen ausgeweitet werden
- Beteiligung freiwillig für Schulen
Weitere Informationen zum Bildungssystem in Sachsen-Anhalt finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Perspektiven für Sekundarschueler und Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt
Das erweiterte Angebot der Praxislerntage kann sich positiv auf die Ausbildungssituation im Land auswirken. Schüler erhalten frühzeitig Einblicke in den Berufsalltag, was die Berufswahl und Ausbildungsreife fördert. Für die regionale Wirtschaft bedeutet dies die Chance, gezielter Nachwuchskräfte zu gewinnen und Fachkräfte von morgen zu fördern.
Gleichzeitig muss der Erfolg davon abhängen, wie viele Betriebe sich beteiligen. Die Handwerkskammer bringt einen alternativen Weg ins Spiel, um den Praxisbezug an Schulen zu stärken. Schulen und Unternehmen sind nun gefragt, sich auf die neue Möglichkeit einzustellen. Das Bildungsministerium bleibt bei der Freiwilligkeit des Modells. Ob die Ausweitung der Praxislerntage flächendeckend gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
