Berlin. Junge Menschen informieren sich besonders häufig online über Gesundheit, doch trotz großen Wissens bleiben viele präventive Maßnahmen ungenutzt. Die Fokus-Keyphrase prävention gesundheit junge spiegelt zentrale Ergebnisse einer aktuellen forsa-Studie wider.
Gesundheit im Fokus
Informationsquellen und Motivation junger Menschen
Das Internet ist die wichtigste Informationsquelle zum Thema Gesundheit für 64 Prozent aller Befragten, bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 72 Prozent. Fitness, mentale Balance und gesunde Ernährung sind dabei zentrale Themen. Dennoch berichten viele junge Erwachsene von Überforderung durch Zeitdruck, berufliche Unsicherheit und Sorgen. Diese Faktoren verhindern oft, dass gesundheitsfördernde Routinen im Alltag umgesetzt werden.
Nutzung von Präventionsangeboten durch junge Erwachsene
Trotz eines breiten Angebots an Präventionskursen der Krankenkassen hat nur etwa jeder Zehnte in den vergangenen zwölf Monaten ein solches Angebot genutzt. Insgesamt verzichten 41 Prozent der Befragten auf diese Leistungen, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 54 Prozent. Hauptgründe sind Unkenntnis über vorhandene Programme, Zeitmangel und Zweifel an deren Nutzen.
„Prävention scheitert weniger am fehlenden guten Willen als an den Rahmenbedingungen des Alltags“, sagte Andrea Galle, Vorständin der mkk – meine krankenkasse.
Forderungen nach strukturellen Gesundheitsförderungen
Eine Mehrheit der Befragten sieht die Verantwortung für Gesundheitsförderung nicht allein bei den Individuen. Sie fordert eine stärkere Integration von Gesundheitsbildung in die Schulbildung und die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. 69 Prozent halten diese Maßnahmen für wichtig, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.
Die Bundesschülerkonferenz betont dabei:
„Wir müssen uns die Frage stellen, ob Integralrechnung zu beherrschen wichtiger ist als zu wissen, wie man gesund lebt. Für uns liegt die Priorität in der Bildung ganz klar bei der Förderung lebensnaher Kompetenzen“, sagte Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der BSK.
Verfassungsrechtliche Verankerung von Gesundheitsförderung
In der forsa-Studie sprechen sich 61 Prozent der Befragten für eine ausdrückliche Verankerung des Gesundheitsschutzes im Grundgesetz aus. Die Vorständin der mkk und der emeritierte Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse haben dazu eine Petition gestartet. Ein Gutachten schlägt vor, ein Recht auf körperliche, geistige und seelische Gesundheit als staatliche Aufgabe zu definieren, ähnlich wie den Umwelt- oder Klimaschutz.
Beispiel:
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Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Gesundheitsförderung als gemeinschaftliche Aufgabe in der Region
Die Studie zeigt, dass Wissen allein nicht ausreicht, um die Gesundheit junger Menschen zu fördern. Für eine nachhaltige Veränderung müssen regionale Strukturen so gestaltet sein, dass gesunde Lebensweisen im Alltag möglich und einfach umgesetzt werden können. Das betrifft etwa die Infrastruktur von Städten und Verkehrssystemen sowie soziale Angebote.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem, dass Gesundheitsförderung verstärkt in Bildungseinrichtungen und kommunale Planungen integriert werden sollte. Maßnahmen, wie die Einführung von Gesundheitsprogrammen an Schulen oder der Ausbau von Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum, werden zunehmend gefordert.
Die mkk – meine krankenkasse plant, ihre Informationsarbeit hinsichtlich Präventionsangeboten zu intensivieren und die Diskussion über eine stärkere staatliche Verantwortung und gesetzliche Verankerung der Gesundheitsförderung weiterhin zu begleiten.
Weitere Informationen zu Gesundheitsförderung und Prävention bietet die mkk – meine krankenkasse sowie das Bundesministerium für Gesundheit.
