Niedersachsen. Die polizeiliche kriminalstatistik niedersachsen 2025 weist erneut weniger Straftaten, eine niedrigere Kriminalitätsbelastung sowie eine weiterhin hohe Aufklärungsquote aus. Trotz positiver Gesamtentwicklung zeigen sich in einigen Bereichen Herausforderungen, insbesondere bei Messerangriffen und häuslicher Gewalt.
Niedersachsen sicherer 2025
Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik für Niedersachsen bestätigt eine fortgesetzte Abnahme der Gesamtstraftaten um 4,28 Prozent im Jahr 2025. Die Häufigkeitszahl, welche die Straftaten pro 100.000 Einwohner misst, liegt mit 6.329 auf dem drittniedrigsten Stand der letzten zehn Jahre und unterstreicht die insgesamt rückläufige Kriminalitätsbelastung. Die Aufklärungsquote hält sich bei 62,72 Prozent, was eine stabile Erfolgsbilanz der Polizei darstellt.
Besonders hervorzuheben ist der Rückgang bei vielen Deliktsbereichen, darunter Straftaten gegen das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung, persönliche Freiheit, Diebstahl sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Die Teillegalisierung von Cannabis hat spürbare Auswirkungen auf die Fallzahlen von Verstößen gegen strafrechtliche Nebengesetze, was sich unter anderem in einem deutlichen Rückgang der Cannabis-Delikte zeigt.
Schwerpunkte bei Messerangriffen und häuslicher Gewalt
Messerangriffe steigen gegen den Trend
Entgegen der positiven Gesamtentwicklung verzeichnet Niedersachsen einen Anstieg bei Messerangriffen um 4,26 Prozent auf 3.185 Fälle. Dabei machen Bedrohungen mehr als die Hälfte der Messerangriffe aus, während die gefährlichen und schweren Körperverletzungen durch Messer leicht zurückgingen. Um dem entgegenzuwirken, wurden Waffen- und Messerverbotszonen ausgeweitet, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg. Eine landesweite Verordnung zum Verbot von Waffen und Messern im öffentlichen Personennahverkehr soll zeitnah in Kraft treten und das Führen entsprechender Gegenstände in Bussen, Bahnen und auf Bahnsteigen untersagen.
Häusliche Gewalt bleibt auf hohem Niveau
Die Fallzahlen im Bereich häusliche Gewalt blieben mit 32.540 Fällen nahezu konstant. Besonders die einfachen Körperverletzungen bleiben ein Hauptproblem. Die Polizei erfasste zudem 4 vollendete sowie 17 versuchte Morde und weitere Totschlagsdelikte im häuslichen Kontext, was trotz Rückgang weiterhin eine ernste Problematik darstellt. Zur Bekämpfung häuslicher Gewalt plant Niedersachsen die Ausweitung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung für Täter und den besseren Schutz der Opfer. Ein Gesetzentwurf zur Änderung des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes befindet sich im Landtag, während auf Bundesebene eine entsprechende Regelung im Gewaltschutzgesetz erwartet wird.
„Niedersachsen ist im vergangenen Jahr noch sicherer geworden“, sagte Innenministerin Daniela Behrens. „Wir dürfen uns auf dem positiven Trend nicht ausruhen, insbesondere bei Messerangriffen und häuslicher Gewalt.“
Weitere Entwicklungen in der Kriminalitätsstatistik
Die Zahl junger Tatverdächtiger unter 21 Jahren ist weiter rückläufig und erreichte mit 56.643 Fällen einen historischen Tiefststand in den letzten zehn Jahren. Rückgänge zeigen sich besonders bei Diebstahl, Sachbeschädigung und Rohheitsdelikten. Dennoch bleibt Prävention ein zentraler Ansatzpunkt.
Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei rund 33,8 Prozent, was einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Innerhalb dieser Gruppe stellen Flüchtlinge etwa 23 Prozent der Tatverdächtigen. Niedersachsen betont, dass Kriminalität keine Frage der Herkunft sei und verfolgt konsequent Abschiebungen von straffälligen Personen.
Die Teillegalisierung von Cannabis hat die Fallzahlen der entsprechenden Straftaten halbiert, doch zeigen erste Evaluationsberichte, dass der Schwarzmarkt weiterhin besteht und die polizeiliche Erfassung erschwert wird. Die Landesregierung fordert vom Bund ernsthafte Evaluationsschritte und Anpassungen der Gesetzeslage.
H2 Subheadline: Ausblick und Maßnahmen zur Sicherheit in Niedersachsen
Zur weiteren Stärkung der Sicherheit führt Niedersachsen zum 1. April 2026 das landesweite Rahmenkonzept zur Früherkennung und zum Bedrohungsmanagement ein. Dieses Konzept soll durch strukturierte Risikobewertungen und interdisziplinäre Fallkonferenzen das Erkennen potenziell gefährlicher Personen verbessern. Zudem werden mehr als 30 zusätzliche Stellen geschaffen, die sich speziell mit dieser Aufgabe befassen.
Die Landespolitik will durch konsequente Strafverfolgung, Prävention und innovative Hilfsangebote die Sicherheitslage weiter verbessern. Die Verbreitung von Waffen und Messern im öffentlichen Raum soll durch Verbotszonen und eine neue Verordnung im ÖPNV eingedämmt werden. Auch die elektronische Aufenthaltsüberwachung bei häuslicher Gewalt soll dazu beitragen, Betroffene zu schützen.
Weitere Informationen zur polizeilichen kriminalstatistik niedersachsen 2025 finden Sie auf regionalupdate.de und beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung unter mi.niedersachsen.de. Externe Erläuterungen zu Kriminalstatistiken bietet das Bundeskriminalamt unter bka.de.
Abschluss
Niedersachsen setzt seinen positiven Sicherheitskurs mit der polizeilichen kriminalstatistik niedersachsen 2025 fort. Die Gesamtkriminalität ist erneut gesunken, und die Aufklärungsquote bleibt auf hohem Niveau. Gleichzeitig zeigt sich, dass einzelne Kriminalitätsphänomene – insbesondere Messerangriffe und häusliche Gewalt – weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordern. Mit der Einführung des neuen Rahmenkonzepts zur Früherkennung von Gefährdern und weiteren präventiven Maßnahmen will das Land Niedersachsen die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger nachhaltig stärken und Risiken frühzeitig begegnen.
