Düsseldorf. Am 23. März 2026 beteiligen sich Apotheken in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf am bundesweiten Protesttag unter dem Motto „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen“. Die Forderung nach einer Apotheken wirtschaftliche Stabilisierung steht im Fokus, um die Versorgung der Bevölkerung vor Ort langfristig zu sichern.
Apotheken fordern Stabilität
Die Apotheken in den Regionen Rhein und Ruhr schließen an diesem Tag teilweise ihre Türen, um auf die seit Jahren schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufmerksam zu machen. Das Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel, das etwa 85 Prozent des Umsatzes ausmacht, wurde seit 2004 nur einmal um circa 3 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum sind die Betriebskosten um rund 65 Prozent gestiegen, unter anderem durch gestiegene Ausgaben für Personal, Energie und Digitalisierung. Viele Einrichtungen arbeiten deshalb auf Verlust und sehen sich gezwungen zu schließen.
Versorgung im Notdienst gesichert
Während des Protesttags bleiben diensthabende Notdienst-Apotheken geöffnet, sodass die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, Rezepte vor dem Protesttag einzulösen, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.
„Am Protesttag bleiben viele Apotheken in an Rhein und Ruhr geschlossen. Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung wird über die diensthabenden Notdienst-Apotheken sichergestellt. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, Rezepte möglichst vor dem Protesttag einzulösen“, erklärten Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein.
Die aktuellen Beratungen zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) im Bundestag bilden den Anlass für den Protest. Die Apothekerschaft erwartet eine zügige und konsequente Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten wirtschaftlichen Unterstützung, um das anhaltende Apothekensterben zu stoppen.
Bundesweite Proteste mit Schwerpunkt in Düsseldorf
Neben der Teilnahme zahlreicher Apotheken an Rhein und Ruhr finden auch zentrale Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München statt. Die Apotheker aus den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf wollen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet den Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Dabei wird betont, dass die flächendeckende Arzneimittelversorgung ohne wirtschaftlich gesunde Apotheken gefährdet ist.
„Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger“, sagte Thomas Preis.
- Seit 2013 haben bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken geschlossen.
- Aktuell schließen etwa alle 20 Stunden eine Apotheke dauerhaft.
- Das trifft zunehmend auch städtische Ballungsräume und nicht nur den ländlichen Raum.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region und weitere Schritte
Für Bürgerinnen und Bürger in Düsseldorf, Köln und Umgebung hat die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken direkte Auswirkungen auf die Erreichbarkeit und Verlässlichkeit der Arzneimittelversorgung. Die Schließungswelle, die auch die Ballungsräume erreicht hat, wird ohne entsprechende Maßnahmen voraussichtlich weitergehen. Die Apothekerverbände erwarten von der Politik eine schnelle Umsetzung der zugesagten Unterstützungen im Sinne des Koalitionsvertrags.
Patientinnen und Patienten sollten sich zudem frühzeitig über alternative Angebote oder Dienstapotheken informieren. Weitere Protestaktionen oder Informationsveranstaltungen könnten die nächsten Schritte der Apothekerschaft sein, um die Öffentlichkeit und die Politik für das Thema zu sensibilisieren.
Mehr Informationen zu regionalen Gesundheitsthemen finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite der Apothekerkammer Nordrhein.
Weiterführende Informationen zum Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz bietet das Bundesministerium für Gesundheit unter bundesgesundheitsministerium.de.
