EU-Altfahrzeugverordnung: Rezyklate könnten knapp werden

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Frankfurt am Main. Die Automobilindustrie in Europa sieht sich mit einem Engpass bei recycelten Kunststoffen konfrontiert. Die Studie der Conversio Market & Strategy GmbH zeigt, dass der Bedarf nach recycelte kunststoffe auto den aktuellen Markt bei weitem übersteigt.

Recyceltes Kunststoffproblem

Die EU plant verbindliche Quoten für recycelte Kunststoffe in Fahrzeugen einzuführen. Ab 2026 sollen neue Autos aus mindestens 15 Prozent recyceltem Kunststoff bestehen, nach zehn Jahren sogar zu 25 Prozent. Ein Fünftel des Materials muss dabei aus Altfahrzeugen stammen. Diese Regelung zielt darauf ab, die Kreislauffähigkeit in der Fahrzeugherstellung zu erhöhen und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren.

Studie verdeutlicht Angebotslücke

Laut der Studie gibt es aktuell nicht genügend hochwertiges Rezyklat in Europa, um die geplanten Vorgaben zu erfüllen. Besonders der Bedarf an post-consumer Polypropylen (PP)-Rezyklaten steigt stark, sodass die Automobilindustrie auf bis zu 45 Prozent des verfügbaren Materials angewiesen sein wird. Die derzeitigen Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazitäten reichen jedoch nicht aus, um diese Nachfrage zu bedienen.

Forderung nach schnellerem Infrastrukturausbau

Dr. Aliaksandra Shuliakevich von Plastics Europe Deutschland fordert beschleunigte Investitionen in moderne Rücknahme-, Sammel- und Sortiertechnologien. Neben mechanischem Recycling sehen Experten auch Potenzial in innovativen Verfahren wie chemischem, lösungsmittelbasiertem und enzymatischem Recycling. Nur durch diese Maßnahmen könne die Versorgungslücke geschlossen werden und Europa im Bereich hochwertiger Rezyklate eine Führungsrolle einnehmen.

„Um das gesamte Ressourcenpotenzial des Altautomobilsektors effektiv zu nutzen, braucht es dringend Investitionen in effiziente Rücknahmesysteme, moderne Sammel- und Sortiertechnologien sowie in den Ausbau innovativer Recyclingverfahren“, sagte Dr. Aliaksandra Shuliakevich.

Die Studie und weitere Diskussionen zu diesem Thema werden beim Automotive Workshop von Plastics Europe Deutschland auf der PIAE in Baden-Baden am 18. März präsentiert. Branchenexperten von BASF, LyondellBasell, Borealis und weiteren Unternehmen sind vertreten.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie bei der BKV GmbH BKV Studie. Allgemeine Hintergründe zur Kreislaufwirtschaft bietet die Europäische Kommission auf ihrer offiziellen Webseite EU-Materialienstrategie.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Ausblick auf lokale Auswirkungen und Entwicklungen

Die strengen EU-Vorgaben zu recycelten Kunststoffen im Auto bedeuten auch für hiesige Automobilhersteller und Zulieferer einen spürbaren Anpassungsdruck. Regionale Unternehmen sind gefordert, ihre Produktions- und Lieferketten auf nachhaltige Rohstoffe umzustellen und in neue Recyclingtechnologien zu investieren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kann dies langfristig zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen führen.

Zudem ist mit einem Ausbau der Recycling-Infrastruktur in der Region zu rechnen, was neue Arbeitsplätze im Bereich Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Kunststoffabfällen schaffen kann. Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden auf regionalupdate.de weitere Berichte zum Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft vor Ort.


Interner Link: Weiterführende Informationen zu Umweltthemen und Recycling in der Region gibt es auf regionalupdate.de

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