München. Die Reha Versorgung Gaza ist aufgrund fehlender Materialien und Lieferschwierigkeiten stark eingeschränkt. Handicap International weist auf die dringende Notwendigkeit hin, die Rehabilitation schwerverletzter Menschen, darunter viele Kinder, zu sichern.
Dringende Hilfe Gaza – Herausforderungen der Reha Versorgung Gaza
Handicap International berichtet, dass seit März 2025 kein LKW mit Reha-Materialien und Hilfsgütern die Grenze zum Gazastreifen passieren durfte. Damit ist die Versorgung stark beeinträchtigt. Das sechsköpfige Team vor Ort kann täglich nur rund zehn Patientinnen und Patienten betreuen, obwohl der Bedarf deutlich höher ist.
Versorgungslage und Personal
Das Team besteht aus Spezialisten für Prothesentechnik, Physiotherapie und Psychotherapie. Aufgrund fehlender Materialien und Ressourcen müssen Anpassungen in der Behandlung vorgenommen werden.
Gelistete Notwendigkeiten
Die Organisation warnt, dass Prothesen künftig aus improvisierten Materialien wie Holzbrettern gefertigt werden könnten. Dies sei eine drastische Verschlechterung der Versorgungsqualität.
„Wenn diese Situation anhält, müssen unsere Expertinnen und Experten Prioritäten setzen und entscheiden, welche Verletzten sie versorgen können. Und sie müssen anfangen, Prothesen aus Holzbrettern zu bauen“, sagte Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland.
Die Situation ist besonders kritisch für Kinder, die oft langfristige Unterstützung benötigen.
Die Situation im Gazastreifen – Zahlen und Fakten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet für Gaza etwa 42.000 schwerverletzte Menschen, von denen rund ein Viertel Kinder sind. Die meisten vor dem Konflikt vorhandenen Reha-Einrichtungen sind entweder nicht mehr funktionsfähig oder nur teilweise einsatzbereit.
Rehabilitationseinrichtungen eingeschränkt
Weniger als ein Drittel der Zentren sind noch in Betrieb, was die Lage der Betroffenen stark verschärft.
Beispiel Mohamed – Kind mit vorläufiger Prothese
Der zehnjährige Mohamed verlor aufgrund einer Panzergranate sein Bein und erhielt eine vorläufige Prothese. Sein Reha-Team passt die Prothese kontinuierlich an die Veränderungen seines Stumpfes an und unterstützt seine Mobilität.
„Der Gedanke, dass unser Team in Gaza über vierzig Jahre später gezwungen ist, wieder auf improvisierte Materialien wie Holzbretter zurückzugreifen – während nur wenige Kilometer entfernt jenseits der Grenze die richtige Ausrüstung bereitsteht – ist schockierend und völlig inakzeptabel“, so Kipfer-Didavi.
Beispielhafte Unterstützung und detaillierte Informationen zur Arbeit von Handicap International finden Sie auf deren offiziellen Webseite. Weitere Hintergrundinformationen zum Thema humanitäre Hilfe im Gazastreifen bietet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Aktuelle Herausforderungen und Ausblick für die Reha Versorgung Gaza
Die prekäre Lage der Reha Versorgung im Gazastreifen stellt eine erhebliche Belastung für die Betroffenen und das medizinische Personal dar. Für viele Verletzte, vor allem Kinder, ist eine angemessene medizinische Rehabilitation entscheidend für die Teilhabe am täglichen Leben.
Die Einschränkungen bei Materiallieferungen erschweren nicht nur die Versorgung, sondern erhöhen auch die Gefahr bleibender Behinderungen und sozialen Ausgrenzungen. Organisationen wie Handicap International fordern daher die Öffnung der Grenzen für Hilfstransporte und die Bereitstellung ausreichender Ressourcen für eine fachgerechte Reha.
Für Bürgerinnen und Bürger vor Ort bedeuten bessere Reha-Angebote eine Chance auf mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität. Geplante Schritte konzentrieren sich auf die Wiederherstellung der logistischen Ketten und die Erweiterung der Kapazitäten der bestehenden Reha-Zentren.
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