Berlin. Die prognostizierten Immobilienpreise Deutschland 2035 zeigen eine deutliche Zweiteilung: Während in Metropolregionen und wirtschaftlich starken Gebieten mit steigenden Preisen zu rechnen ist, stagnieren oder fallen die Preise in einigen ländlichen Regionen. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) präsentiert hierzu eine umfassende Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln).
Immobilienpreise im Wandel
Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien in Deutschland erhöhen sich laut Studie von etwa 3.024 Euro im Jahr 2025 auf rund 4.092 Euro im Jahr 2035. Dies entspricht einer inflationsbereinigten jährlichen Steigerung von etwa 1,1 Prozent. Allerdings variieren die Entwicklungen stark zwischen einzelnen Regionen.
Regionale Unterschiede bei Immobilienpreisen
In Berlin ist mit den stärksten Zuwächsen zu rechnen – hier steigen die Preise im Durchschnitt jährlich um 2,4 Prozent. Auch Bremen (1,8 %), Brandenburg (1,6 %) und Bayern (1,3 %) verzeichnen deutliche Preissteigerungen. Dagegen stagnieren die Preise in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Nordrhein-Westfalen weitgehend, während Regionen wie Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen rückläufige Entwicklungen zeigen. Die negativen Trends in diesen Regionen werden vor allem durch demografische Faktoren wie Bevölkerungsrückgang und Alterung beeinflusst.
„Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland driftet zunehmend auseinander“, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak.
Wachstumsstarke Metropolregionen und ländliche Herausforderungen
Metropolen und deren Umland weisen eine deutlich höhere Dynamik auf als andere Großstädte. Die sieben größten Städte verzeichnen ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund zwei Prozent, während die übrigen Großstädte nur ein moderates Wachstum von 0,4 Prozent zeigen. In zahlreichen ländlichen und peripheren Regionen stagnieren oder fallen die Immobilienpreise.
Die Studie hebt hervor, dass Faktoren wie wirtschaftliche Verflechtungen, Arbeitsmarktbedingungen und demografische Entwicklungen entscheidenden Einfluss haben. Innerhalb einzelner Bundesländer können sich somit teils starke regionale Unterschiede ergeben.
Folgende Faktoren wirken sich besonders auf die Preisentwicklung aus:
- Wirtschaftliche Stärke der Region
- Demografische Trends (Bevölkerungswachstum oder -rückgang)
- Arbeitsmarktsituation
- Lage in Ballungszentren oder ländlichen Gebieten
Wohnungspolitik im Fokus
BVR-Präsidentin Kolak betont die Notwendigkeit, den Wohnraum in Ballungszentren erschwinglicher zu machen. Hierfür sei ein verstärktes Angebot erforderlich, das durch politische und verwaltungstechnische Maßnahmen unterstützt werden müsse. Dazu zählen die Vereinfachung von Bauverfahren, die Anpassung von Standards sowie die Reform der Grunderwerbsteuer. Gleichzeitig müsse die Entwicklung in strukturschwachen Regionen mit schrumpfender Bevölkerung stärker berücksichtigt werden. Dort liege der Schwerpunkt auf Erhalt, Modernisierung und Wiederbelebung vorhandener Bestände.
„Unsere Ergebnisse machen sichtbar, wo Nachfrage und Wertentwicklung tragfähig bleiben und wo sich Märkte neu ausrichten müssen“, erklärte Kolak.
Weitere Details zur Studie sowie die preisbezogenen Daten für alle Landkreise stehen auf der Website des BVR zur Verfügung.
Mehr Informationen zum Thema regionaler Wohnungsmarkt finden Sie auch bei regionalupdate.de sowie bei der Bundesagentur für Bauwesen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Perspektiven für den lokal verankerten Wohnungsmarkt
Die differenzierte Entwicklung der Immobilienpreise Deutschland 2035 spiegelt sich regional breit gefächert wider. Für Bürgerinnen und Bürger bedeuten die Prognosen:
- In wachstumsstarken Regionen ist mit weiterhin steigenden Preisen zu rechnen. Finanzierung und Erschwinglichkeit von Wohneigentum bleiben hier zentrale Herausforderungen.
- In schrumpfenden Gebieten stehen der Erhalt und die Sanierung vorhandener Immobilien im Fokus, um Wohnqualität zu erhalten und Leerstand zu vermeiden.
- Kommunale und überregionale Politik soll durch gezielte Maßnahmen sowohl den Neubau als auch die Modernisierung bestehender Bausubstanz fördern.
Mit Blick auf die kommenden Jahre wird die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen sowie eine abgestimmte Wohnungspolitik entscheidend sein, um regional angepasste Lösungen zu finden und stabile Wohnmärkte zu gewährleisten.
Weitere Informationen zur Studienreihe „Regionen 2035“ und den demografischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen finden Interessierte ebenfalls bei regionalupdate.de unter entsprechender Rubrik.
