Düsseldorf. Immer mehr Verbraucher in Deutschland geben die Einkaufsplanung an künstliche Intelligenz ab – ein Trend, der auf einen grundlegenden Wandel im Konsumverhalten hinweist. Die Fokus-Keyphrase ki einkaufsplanung agentic commerce beschreibt dabei den neuen Ansatz, bei dem KI-Systeme eigenständig Kaufentscheidungen treffen.
KI steuert Einkauf: Wie künstliche Intelligenz den Handelsalltag verändert
Die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) für die Einkaufsplanung gewinnt laut einer repräsentativen Studie der Kommunikationsberatung Ketchum zunehmend an Bedeutung. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten, die KI nutzen, können sich vorstellen, die gesamte Einkaufsplanung an einen KI-Agenten abzugeben. Dabei gehen 45 Prozent davon aus, dass KI eigenständig Kaufentscheidungen treffen kann.
Wer treibt den Wandel voran?
Besonders intensiv nutzen gutverdienende Konsumenten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro und mehr sowie Personen mit akademischem Abschluss KI-Systeme als Informationsquelle beim Einkaufen. Innerhalb dieser Gruppen ist die Bereitschaft, die KI für automatisierte Entscheidungen einzusetzen, überdurchschnittlich hoch. Vor allem jüngere Verbraucher zwischen 25 und 34 Jahren schenken der Technologie Vertrauen. Rund ein Drittel nutzen KI aktiv bei der Produktsuche und Kaufentscheidung.
Effizienz statt Kontrolle
Die Studie zeigt, dass nicht ausschließlich Digital Natives die Technologie vorantreiben, sondern Menschen, die vor allem Wert auf Effizienz und Zeitersparnis legen. KI ermöglicht eine deutliche Vereinfachung des Einkaufsprozesses: Rund die Hälfte der Nutzer verwendet KI, um Produktvergleiche durchzuführen, Orientierung bei der Auswahl zu finden und Preis-Leistungs-Bewertungen zu erhalten. So wird der zuvor mehrstufige Rechercheprozess häufig auf eine einzige automatisierte Empfehlung reduziert.
Anforderungen an Transparenz und Vertrauenswürdigkeit
Die befragten Nutzer stellen klare Bedingungen an KI-Systeme. Über die Hälfte wünscht nachvollziehbare Entscheidungsgründe, rund 72 Prozent fordern volle Transparenz bezüglich der Produktinformationen. Gleichzeitig haben mehr als die Hälfte der Befragten Bedenken hinsichtlich Manipulationen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass nur gut aufbereitete, vertrauenswürdige und konsistente Daten von KI-Modellen berücksichtigt werden – andernfalls bleiben Marken im Auswahlprozess unsichtbar.
„Transparenz wird zur neuen Währung des Vertrauens“, sagte Matthias Wesselmann, CEO von Ketchum Germany.
Strategische Voraussetzungen für Marken im Agentic Commerce
Für den Erfolg im Rahmen des sogenannten Agentic Commerce, in dem KI eigenständig als Käufer agiert, müssen Unternehmen laut der Studie vier Kernkomponenten sicherstellen:
- Eine moderne Informationsarchitektur mit klaren Produktdaten und eindeutigen Bezeichnungen
- Maschinell lesbare Strukturen für die Datenverarbeitung
- Ein Quellen-Ökosystem mit unabhängigen Nachweisen wie Tests, Zertifikaten oder Bewertungen
- Regelmäßige KI-Audits zur Überprüfung der Systementscheidungen und Fehlerquellen
Diese Schritte sind notwendig, damit KI-Systeme fundierte und markenkonforme Entscheidungen treffen können.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Einordnung und Ausblick: KI-basierte Einkaufsplanung in Düsseldorf
In Düsseldorf, als einem bedeutenden Wirtschafts- und Technologiestandort, ist der Trend zur Nutzung von KI für die Einkaufsplanung bereits spürbar. Die zunehmende Akzeptanz solcher Systeme bei gutverdienenden Haushalten und jüngeren Bevölkerungsgruppen könnte langfristig die Einzelhandelslandschaft verändern. Unternehmen und Händler vor Ort sollten sich frühzeitig darauf einstellen, ihre Produktdaten strukturiert und transparent aufzubereiten, um von den Empfehlungen der KI-Systeme zu profitieren.
Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung eine stärkere Orientierung an Effizienz und Komfort beim Einkauf. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell Agentic Commerce hierzulande weiter an Fahrt gewinnt und welche Innovationen sich im Handel daraus ergeben.
Weitere Informationen zum Thema Künstliche Intelligenz im Handel finden Sie bei regionalupdate.de sowie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unter BMWK KI-Initiative.
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