Bonn. Die Bundeswehr hat mit der Übung Bundeswehr Medic Quadriga vom 16. Februar bis 20. März 2026 die größte Sanitätsdienst-Übung seit Beginn des Ukraine-Kriegs durchgeführt. Ziel war die Verbesserung der Einsatzbereitschaft und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit zivilen Gesundheitsakteuren.
Test der Rettungskette mit der Bundeswehr Medic Quadriga
Die Übung fand als Teil des Übungsclusters QUADRIGA 2026 statt und umfasste rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten. Im Fokus stand unter anderem die schnelle Verlegefähigkeit der Sanitätskräfte an die NATO-Ostflanke nach Litauen. Dabei wurde die komplette medizinische Rettungskette von der Erstversorgung am Einsatzort bis zur Behandlung in Deutschland geprüft.
Medizinische Taskforce und Transport in Litauen
Das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr in Koblenz koordinierte die Verlegung eines Sanitätsbataillons nach Litauen. Mit Straßenmärschen und Fähren wurden ein Luftlanderettungszentrum, ein Forward Surgical Element und geschützte Rettungsfahrzeuge in kurzer Zeit verlegt. So kann der Sanitätsdienst den Kampftruppen unmittelbar folgen und die Rettungskette sicherstellen.
Übungshub am Flughafen Berlin Brandenburg
Ein zentrales Element war der Übungshub im ExpoCenterAirport am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Dort wurden die Aufnahme, Priorisierung und Weiterverteilung von Patienten geprobt. Bis zu 1.000 Verwundete täglich könnten im Ernstfall versorgt werden, wobei neben Lufttransport auch Busse, Züge und Schiffe genutzt werden. Die Medical Task Force (MTF) bestand aus rund 250 zivilen Unterstützerinnen und Unterstützern von Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund, koordiniert durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
„Menschen sind das Wertvollste, was wir haben, die wichtigste Ressource der Streitkräfte. Ihre Gesundheit zu sichern, ist im Hinblick auf die Durchhaltefähigkeit Deutschlands in Krise und Krieg unabdingbar“, sagte Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes.
Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Organisationen wurde durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst zur sogenannten „Privilegierten Partnerschaft“ formalisiert. Dadurch sollen öffentliche Verträge zur Unterstützung geschlossen werden.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Vernetzte Gesundheitsversorgung sichert Landesverteidigung
Für die Region Bonn und Umgebung zeigt die Übung, wie Bundeswehr und zivile Helfer gemeinsam auf Krisen vorbereitet sind. Die Integration von zivilen Hilfsorganisationen in die medizinische Versorgung verbessert die Fähigkeit, im Ernstfall schnell und effektiv zu reagieren. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das eine zusätzlich abgesicherte Gesundheitsversorgung bei großflächigen Notfällen oder bewaffneten Konflikten.
Darüber hinaus stärkt das erneute Training der Sanitätskräfte ihre Reaktionsfähigkeit, was langfristig auch den Schutz der Truppe und die Versorgung Verwundeter optimiert. Geplante Folgeübungen sollen die Erkenntnisse weiter ausbauen und die Kooperation mit zivilen Akteuren nachhaltig vertiefen.
Weitere Informationen zur Sanitätsdienst-Übung der Bundeswehr finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
