Niedersachsens Ministerin Staudte zieht Fazit zur Agrarministerkonferenz 2026

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Bad Reichenhall. Die Niedersachsen Agrarministerkonferenz 2026 zeigte Fortschritte bei der Verhinderung von Bundesmittelkürzungen, offenbart aber weiterhin Herausforderungen im Umwelt-, Klima- und Tierschutz. Agrarministerin Miriam Staudte betonte die Notwendigkeit einer krisenresistenten und nachhaltigen Landwirtschaft.

Wichtige Agrarbeschlüsse jetzt: Niedersachsen Agrarministerkonferenz 2026

Bundesfördermittel gesichert, aber Mittelaufstockung ausstehend

Die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) bleibt im laufenden Jahr 2026 von Kürzungen verschont, was Ministerin Staudte als Erfolg auf der Agrarministerkonferenz ansieht. Allerdings fehle weiterhin die versprochene Aufstockung der Fördermittel, insbesondere für Betriebe mit hohem Investitionsbedarf, wie etwa schweinehaltende Landwirtschaftsbetriebe. Staudte fordert deshalb eine klarere Unterstützung vom Bund, um Investitionen zu ermöglichen und Betriebe zu entlasten.

Herausforderungen für die Tierhaltung und Lieferverzicht-Antrag

Die Forderung eines freiwilligen Lieferverzichts mit finanziellen Ausgleichen durch die EU für Milchbäuerinnen und Milchbauern wurde von den Unions- und SPD-Ministerien abgelehnt. Zudem drängt die Agrarministerin darauf, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz ohne weitere Verzögerungen umzusetzen, da hier Einigkeit innerhalb der Konferenz herrsche.

Nachhaltige Förderung in der neuen GAP-Periode ab 2028

Mit dem neuen EU-Förderzeitraum ab 2028 bestehe die Möglichkeit, die Agrarförderung nachhaltiger auszurichten. Die Agrarministerkonferenz sprach sich dafür aus, bewährte Förderprogramme wie LEADER weiterhin zu finanzieren und die Kofinanzierungssätze für Agrarumweltmaßnahmen stabil zu halten. Niedersachsen setzte sich erfolgreich dafür ein, dass der Bund ausreichend Budgetmittel bereitstellt, um die Förderung des ländlichen Raums zu sichern.

Fortschritte beim Düngerecht und Gentechnikfreiheit

Die Ministerkonferenz einigte sich auf eine zielgerichtete und verursachergerechte Düngeregelung, wobei künftig Betriebe individuell betrachtet werden sollten. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll hierzu Umwelt-, Wasser- und Landwirtschaftsverbände einbinden. Außerdem wurde ein Beschluss zur Gentechnikfreiheit gefasst, mit dem Ziel, Patente auf gentechnisch veränderte Organismen zu verhindern, um die Vielfalt beim Saatgutangebot zu erhalten.

„Die Welt von heute ist geprägt von Krisenherden. Da braucht es Politik mit Weitblick, damit auch unsere Landwirtschaft unabhängiger von weltweiten Einflüssen wird“, sagte Agrarministerin Miriam Staudte.

Ausblick auf kommende Schritte

Die Agrarministerkonferenz erwartet vom Bund, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz konsequent voranzubringen und die nachhaltige Ausrichtung der EU-Agrarförderung zu unterstützen. Mit der Einberufung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Düngerecht sollen weitere Lösungsansätze entwickelt werden. Die Ergebnisse der Konferenz einschließlich aller Beschlüsse werden zeitnah auf der offiziellen Seite der Agrarministerkonferenz veröffentlicht (https://www.agrarministerkonferenz.de/).

Für weiterführende Informationen zur Agrarpolitik in Niedersachsen lesen Sie auch auf regionalupdate.de: Agrarpolitik in Niedersachsen. Ergänzend bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft detaillierte Informationen zur GAK und GAP: BMEL – Agrarstruktur und Küstenschutz.

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