Berlin. Die Verkehrsministerkonferenz berät am 25. und 26. März in Lindau über Vorschläge zur Führerscheinreform, die eine verbesserte Fahrausbildung mit geringeren Kosten ermöglichen sollen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert dabei insbesondere eine Führerscheinreform mehr Qualität bei gleichzeitiger Kostensenkung.
Mehr Qualität, weniger Kosten
Fahrpraxis mit Simulation sicher erweitern
Der DVR schlägt vor, Fahrsimulatoren verbindlich in die Fahrausbildung einzubinden, um komplexe Verkehrssituationen gefahrlos zu trainieren. Vorgeschlagen ist, dass zwei von fünf Überlandfahrten, eine von vier Autobahnfahrten sowie eine von drei Nachtfahrten am Simulator absolviert werden können. Dabei können Fahrer speziell das Überholen, die Rettungsgasse und Nachtfahrten unter sicheren Bedingungen erlernen.
„Manche Gefahrensituationen lassen sich im echten Verkehr nicht ohne Risiko trainieren. Der Simulator bietet einen geschützten Raum. Hier kann man lernen, scheitern und reflektieren – ohne dass jemand Schaden nimmt. Sicherheit beginnt dort, wo Erfahrung zunächst risikofrei erlebbar ist“, sagte Manfred Wirsch, Präsident des DVR.
Theorieausbildung und Lernfortschritte
Digitale Lernformate werden zwar begrüßt, jedoch warnt der DVR davor, die Theorieausbildung auf ein reines Online-Selbststudium zu reduzieren. Wesentliche Themen wie Stressbewältigung oder Verkehrswahrnehmung erfordern den direkten Austausch in Präsenz oder synchronen digitalen Gruppen. Außerdem fordert der DVR einen verbindlichen Referenzlehrplan mit regelmäßiger Dokumentation der Lernfortschritte für eine einheitliche Ausbildungsqualität deutschlandweit.
„Nicht alles lässt sich allein am Bildschirm lernen. Wie man in brenzligen Situationen ruhig bleibt und wie man unter Stress andere Verkehrsteilnehmer richtig einschätzt – das lernt man am besten im Dialog“, so Manfred Wirsch.
Pilotprojekt für begleite Fahrpraxis vor Prüfung
Ein vom DVR vorgeschlagenes Pilotprojekt zum begleiteten Fahren vor der praktischen Prüfung soll den Fahrschülern mehr Fahrpraxis ermöglichen und so die Verkehrssicherheit erhöhen. Voraussetzung ist, dass Fahrlehrer die Grundkompetenz bestätigen und die Rahmenbedingungen mit Experten abgestimmt werden.
„Ein solches Pilotprojekt kann bei positiver Evaluation die Fahrausbildung sinnvoll ergänzen und jungen Menschen die nötige Zeit geben, echtes Selbstvertrauen am Steuer zu entwickeln“, erklärte Manfred Wirsch.
Weitere Sicherheitsthemen auf der Agenda
Der DVR weist darauf hin, dass etwa 60 Prozent der tödlichen Unfälle auf Landstraßen geschehen und fordert daher verstärkte Maßnahmenprogramme. Zudem sollen die Fördermittel für den Radverkehr bis 2029 sicher planbar sein, um insbesondere an außerörtlichen Kreuzungen die Sicherheit zu erhöhen. Ein schneller Rechtsrahmen für autonome Lieferroboter ist ebenfalls notwendig, um Fußgänger zu schützen. Für die Vermeidung von Dooring-Unfällen empfiehlt der DVR einen Dreiklang aus Aufklärung, Technik und Gesetzesanpassungen. Die sogenannte Holländische Griff-Methode beim Öffnen von Autotüren wird als praktische Vorsichtsmaßnahme empfohlen.
„Verkehrssicherheit entsteht nicht durch eine einzelne Entscheidung – sie ist das Ergebnis vieler aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Wer jetzt zögert, gefährdet Leben“, so Manfred Wirsch.
Ausblick auf Umsetzung und Weiterentwicklung
Die Verkehrsministerkonferenz wird in den kommenden Tagen die Vorschläge zur Führerscheinreform beraten. Ziel ist eine höhere Qualität der Fahrausbildung bei geringeren Kosten. Parallel sollen sichere und transparente Konzepte, wie der verbindliche Einsatz von Fahrsimulatoren, Referenzlehrpläne sowie das begleitete Fahren, weiterentwickelt und pilotiert werden. Die politische Umsetzung erfolgt in Abstimmung von Bund und Ländern. Weitere Initiativen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, wie die Förderung des Radverkehrs und Regelungen für neue Verkehrsteilnehmer-Technologien, sind ebenfalls geplant.
Für weiterführende Informationen zur Führerscheinreform mehr Qualität lesen Sie auch auf regionalupdate.de die Beiträge zur Verkehrssicherheit und informieren Sie sich beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat DVR sowie auf der Seite des Bundesministeriums für Verkehr.
Interner Link: Weitere Artikel zur Verkehrssicherheit und Mobilität finden Sie bei uns auf regionalupdate.de.
Externer Link: Offizielle Informationen zur Verkehrssicherheitsstrategie des DVR finden Sie unter www.dvr.de.
