Verdi fordert Tarifrunde für Groß- und Außenhandel in Hamburg

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Hamburg. Die erste Tarifrunde für den Groß- und Außenhandel in Hamburg steht am 20. April 2026 an. Der AGA Unternehmensverband äußert sich kritisch zu den Forderungen der Gewerkschaft Verdi und betont die schwierige wirtschaftliche Lage der Branche in der aktuellen Tarifrunde Großhandel Hamburg.

Faire Tarifverhandlungen jetzt

Aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen im Großhandel

Die Unternehmen im Groß- und Außenhandel im Hamburger Wirtschaftsraum sehen sich mit mehreren schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Volker Hepke, hauptamtlicher Verhandlungsführer des AGA, weist darauf hin, dass die Branche seit einigen Jahren kein Wachstum verzeichnen kann. Besonders Faktoren wie unterbrochene Lieferketten, hohe Energiepreise sowie fehlende konjunkturelle Impulse setzen den Betrieben erheblich zu.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche ist gesunken und bestätigt die pessimistische Stimmung. Unternehmensgewinne sind in weiten Teilen der Branche rückläufig oder stagnieren. Diese Situation wirkt sich auch auf die Personalsituation aus, da Kostensenkungen und zum Teil Personalabbau von vielen Unternehmen erwogen werden.

Forderungen der Gewerkschaft Verdi und Reaktion der Unternehmen

Verdi hat ihre Forderungen für die Tarifrunde veröffentlicht, die aus Sicht des AGA an der realen Lage der Unternehmen vorbeigehen. Steigende Personalkosten könnten in der Branche nicht durch höhere Preise aufgefangen werden, da die Margen bereits sehr eng sind.

Der AGA betont, dass insbesondere Teilbranchen wie der Pharmagroßhandel eine kritische Infrastruktur darstellen, die für das gesellschaftliche Funktionieren essenziell ist. Deshalb sei ein ausgewogenes Verhandlungsergebnis mit Augenmaß notwendig, um den Druck auf Arbeitsplätze nicht weiter zu erhöhen.

„Unser Ziel ist es, in zügigen Verhandlungen zu einem fairen Ausgleich der Interessen zu kommen und dabei die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu sichern“, sagte Volker Hepke.

Der AGA vertritt etwa 3.500 Mitgliedsunternehmen mit rund 150.000 Beschäftigten in Norddeutschland und steht damit für einen bedeutenden Wirtschaftszweig mit einem Jahresumsatz von 288 Milliarden Euro.

Weitere Entwicklungen und Ausblick auf die Tarifrunde

Die anstehende Tarifrunde am 20. April 2026 wird wichtige Weichen für die wirtschaftliche Stabilität der Branche stellen. Die Unternehmen und Gewerkschaften stehen vor der Herausforderung, die Tarifabschlüsse so zu gestalten, dass sie einerseits die Beschäftigten fair entlohnen und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten.

Zügige und konstruktive Verhandlungen sollen dazu beitragen, die komplexen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angemessen zu berücksichtigen und eine Einigung mit realistischem Spielraum zu erzielen.

Für mehr Hintergrundinformationen zu Tarifverhandlungen in Norddeutschland lesen Sie auch auf regionalupdate.de.

Weitere Informationen über die wirtschaftliche Lage bietet das ifo Institut für Wirtschaftsforschung.

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