Niedersachsen. Auf dem 17. Wohnungsbau-Tag in Berlin haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aktuelle Lösungsansätze für mehr bezahlbaren Wohnraum in Niedersachsen vorgestellt. Im Mittelpunkt standen die Novelle der Niedersächsischen Bauordnung und der „Niedersächsische Weg“, die den Wohnungsbau vereinfachen und günstiger machen sollen.
Mehr bezahlbarer Wohnraum durch Reformen und neue Bauweisen in Niedersachsen
Novelle der Niedersächsischen Bauordnung: Vereinfachungen für Bestandsumbauten
Die überarbeitete Niedersächsische Bauordnung (NBauO) zielt darauf ab, Umbauten an bestehenden Gebäuden kostengünstiger und weniger bürokratisch zu gestalten. Neue Bauteile bei Bestandsumbauten müssen demnach nicht mehr zwingend den aktuellen Normen entsprechen, sondern lediglich dem Standard des vorhandenen Gebäudes. Dabei bleiben wesentliche Schutzziele wie Standsicherheit und Brandschutz weiterhin gewährleistet.
Bauminister Grant Hendrik Tonne erklärte dazu:
„Entscheidend ist, dass zentrale Schutzziele wie Standsicherheit und Brandschutz gewährleistet sind – nicht die starre Einhaltung jeder einzelnen Vorschrift.“
Dieser pragmatische Ansatz wurde bereits mit Preisen gewürdigt, unter anderem vom Zentralen Immobilien Ausschuss, der die NBauO als innovativste Bauordnung auszeichnete. Weitere Anpassungen sind geplant, um das Bauen in Niedersachsen noch weiter zu erleichtern.
„Niedersächsischer Weg“: Fokus auf Einfachheit und Kosteneffizienz
Ergänzend zur Bauordnung setzt Niedersachsen auf den „Niedersächsischen Weg“, ein gemeinsames Konzept, das mit über 30 Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Kommunen entwickelt wurde. Ziel ist ein radikaler Perspektivwechsel, der unnötige Komplexität vermeidet und auf Basisstandards, serielle Bauweise und kostengünstige Materialien setzt.
Minister Tonne betonte:
„Intelligentes Bauen bedeutet heute auch bewusstes Weglassen. Was nicht gebaut wird, kostet nicht.“
Der Ansatz fordert alle Beteiligten auf, die bereitgestellten Freiräume zu nutzen – von den Planenden über die Behörden bis hin zu den Bauherren. Nur mit einem gemeinsamen Mentalitätswechsel und weniger Bürokratie will Niedersachsen die Wohnungsbaukrise erfolgreich angehen.
„Die zentrale Botschaft des Wohnungsbau-Tages: Ohne entschlossene Reformen, weniger Bürokratie und einen gemeinsamen Mentalitätswechsel wird die Wohnungsfrage in Deutschland nicht zu lösen sein. Wohnraum für alle schaffen wir nur gemeinsam.“
Bedeutung des Wohnungsbau-Tags und der politischen Diskussionen
Der Wohnungsbau-Tag gilt als ein wichtiger Branchengipfel der Bau- und Wohnungspolitik in Deutschland und wurde von sieben führenden Organisationen der Bau- und Immobilienwirtschaft veranstaltet. In einem hochkarätigen Podium diskutierten unter anderem Matthias Miersch, Felix Banaszak und Jens Spahn Lösungsansätze für den angespannten Wohnungsmarkt. Zudem wurde eine neue Wohnungsbau-Studie von ARGE Kiel, RegioKontext Berlin und Baurechtsexperte Michael Halstenberg vorgestellt.
Dieser Austausch verdeutlicht die Dringlichkeit gemeinsamer Strategien zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum auch über Niedersachsen hinaus.
Weitere Entwicklungen beim bezahlbaren Wohnraum in Niedersachsen
Niedersachsen plant, die Reform der Bauordnung sowie den Niedersächsischen Weg weiter voranzutreiben und mit zusätzlichen Verbesserungen zu ergänzen. Ziel ist es, die Baukonjunktur anzukurbeln und den steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken. Dabei werden auch die dort vorgestellten Studien und die politischen Impulse in die kommenden Maßnahmen einfließen.
Mehr Informationen zu aktuellen wohnungspolitischen Maßnahmen finden Sie bei regionalupdate.de sowie auf den Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Bauen unter Wohnungsbau in Niedersachsen.
Weiterführende und bundesweite Informationen zum Thema Wohnungsbau bietet das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: www.bmwsb.bund.de.
Bezahlbarer Wohnraum in Niedersachsen steht vor weiteren Fortschritten. Dazu zählen zusätzliche Reformen der Bauordnung und eine konsequente Umsetzung des Niedersächsischen Wegs. Die Landesregierung will die Baukonjunktur stärken und die Bedingungen für kostengünstiges Bauen nachhaltig verbessern. Termine für weitere Beratungen und Gesetzesänderungen werden in den kommenden Monaten erwartet.
