Köln. Die Universität zu Köln hat gemeinsam mit internationalen Partnern neue Erkenntnisse zur Sahara Niederschlagsgeschichte am Yoa-See im Tschad gewonnen. Eine Studie zeigt, dass die langanhaltende Feuchtphase in der Sahara vor etwa 10.800 Jahren von wiederkehrenden Trockenperioden unterbrochen wurde.
Sahara Niederschlag entdecken
Das Klimaarchiv des Yoa-Sees
Der Yoa-See im Zentrum der Sahara ist ein von Grundwasser gespeister Oasensee, der seit etwa 10.800 Jahren kontinuierlich Sedimente aufnimmt. Dies ermöglicht eine lückenlose Klima- und Umweltgeschichte der Region. Die Wissenschaftler der Universität zu Köln analysierten einen 16 Meter langen Bohrkern aus dem Seeboden, der detaillierte Informationen zur Niederschlagsgeschichte in der Sahara liefert.
Die Daten zeigen, dass die letzte afrikanische Feuchtperiode von 14.800 bis 5.500 Jahren vor heute drei Unterbrechungen durch Trockenphasen erfuhr, die etwa um 9.300, 8.200 und 6.300 Jahre vor heute auftraten. Solche Dürreperioden könnten auch heute im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen wieder auftreten.
Zusammenhänge mit globalen Klimafaktoren
Besonders ausführlich wurde das Trockenereignis vor 8.200 Jahren untersucht. Es dauerte 77 Jahre und hing mit einer bekannten Abkühlung des Nordatlantiks zusammen, ausgelöst durch das Auslaufen eines großen Eisstausees in Nordamerika. Dieses Ereignis beeinflusste die Meereszirkulation, unter anderem den Golfstrom, was sich regional auf die Niederschläge auswirkte.
„Unsere Ergebnisse zeigen, welche Auswirkungen Veränderungen im Atlantik auf die Niederschläge im nördlichen Afrika haben können, mit der Geschwindigkeit, der Größenordnung und der räumlichen Ausdehnung von Trockenereignissen“, sagte Professor Dr. Martin Melles von der Universität zu Köln.
Heutige Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich die Atlantikzirkulation aktuell erneut abschwächt, diesmal durch das Abschmelzen der grönländischen Eismassen infolge des menschengemachten Klimawandels. Ob sich die Geschichte der letzten Jahrtausende unter den heutigen Bedingungen wiederholt, ist jedoch offen.
Weiterführende Forschung und Bedeutung für die Zukunft
Die Studie wurde im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Our Way to Europe“ an der Universität zu Köln durchgeführt und in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Sie verdeutlicht die Notwendigkeit, die zukünftige Niederschlagsentwicklung in der Sahara genauer vorherzusagen und berücksichtigt dabei komplexe Wechselwirkungen globaler Klimafaktoren.
Die Erkenntnisse tragen zum besseren Verständnis der Sahara Niederschlagsgeschichte und ihrer Schwankungen am Yoa-See bei. Weitere Forschungen sind geplant, um präzisere Klimamodelle zu entwickeln und die Auswirkungen möglicher Trockenperioden für die Region besser abschätzen zu können.
Für vertiefende Informationen zur Sahara Klimageschichte verweisen wir auf weiterführende Berichte bei regionalupdate.de. Zusätzliche Details zu globalen Klimaveränderungen sind auf der Webseite des Weltklimarats (IPCC) verfügbar.
