Bayern. Der Bundesrat hat einer Gesetzesinitiative Bayerns zugestimmt, die eine Sonderausschreibung für Windenergie an Land mit einem Volumen von 5.000 Megawatt (MW) noch im Jahr 2026 vorsieht. Ziel ist es, den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen und die Energiesouveränität Deutschlands zu stärken.
Jetzt auf Wind setzen: Windenergie Land Sonderausschreibung
Die Initiative, die von fünf weiteren Bundesländern unterstützt wird, reagiert auf den nach wie vor bestehenden Ausbauverzug bei der Windenergie an Land. Obwohl die installierte Leistung bis Ende 2024 69 GW hätte erreichen sollen, wird dieses Ziel erst 2026 voraussichtlich erreicht. Das eigentliche Ziel von 84 GW bis Ende 2026 gilt als kaum realistisch. Die Sonderausschreibung soll nun helfen, die Marktentwicklung wieder auf Kurs zu bringen.
Bedeutung der Sonderausschreibung für die Energiewende
Die Sonderausschreibung ermöglicht die kurzfristige Nutzung bereits genehmigter Projekte. Dadurch kann zusätzliche Erzeugungskapazität in den Markt gebracht werden, ohne langwierige Genehmigungsverfahren abzuwarten. Dies unterstütze die Verbesserung der Versorgungssicherheit und trage zur Stabilisierung der Energiepreise bei.
Stellungnahme des BDEW zur Initiative
Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), betont die Relevanz der Gesetzesinitiative:
„Windenergie an Land ist eine zuverlässige, günstige, resiliente und heimische Energiequelle. Sie trägt bereits heute den größten Anteil zur Stromversorgung in Deutschland bei. … Die Chance, die sich nun über den vom Bundesrat eröffneten Gesetzesprozess bietet, sollte deshalb unbedingt genutzt werden.“
Die Aussage hebt den Aspekt der heimischen Energieerzeugung hervor, die unabhängig von globalen Energiepreisen und -krisen sei. Zudem unterstreicht sie die Bedeutung für wirtschaftliche Stärke und politische Souveränität.
Weitere Forderungen des BDEW umfassen die rasche Schaffung eines stabilen Förderrahmens für erneuerbare Energien, der den Ausbau deutschlandweit vorantreibt. Dies soll dazu beitragen, dass die Sonderausschreibung wirksam in das jüngst beschlossene Klimaschutzprogramm eingebunden wird.
Unterstützende Bundesländer und Rahmenbedingungen
Neben Bayern haben auch Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein die Gesetzesinitiative unterstützt. Die starken Genehmigungsfortschritte in den vergangenen Jahren bilden die Grundlage für die Sonderausschreibung, da diese eine Pipeline an umsetzungsreifen Projekten geschaffen haben.
Die Sonderausschreibung soll es ermöglichen, rasch 5.000 MW an zusätzlicher Windenergieerzeugungskapazität an Land zu realisieren. Dies soll das Ziel der Bundesregierung näherbringen und die Windenergie als zentrale Säule der Energiewende stärken.
Ausblick auf weitere Schritte und Entwicklungen
Die Sonderausschreibung für Windenergie an Land ist noch für 2026 geplant. Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens folgen nun weitere Beratungen, die auch die Festlegung des Förderrahmens für erneuerbare Energien betreffen. Ein transparenter und verlässlicher Rechtsrahmen gilt als Voraussetzung für Investitionen und Projektumsetzungen in der Windenergiebranche.
Die Entwicklung ist Teil des umfassenden Klimaschutzprogramms der Bundesregierung, das eine verstärkte erneuerbare Energieversorgung vorsieht. Weitere Informationen zum Stand und Hintergrund der Energiewende finden Sie bei regionalupdate.de sowie unter BMI – Erneuerbare Energien.
