Hamburg. Feldhase Überlebenskünstler Ostern – zurzeit sind die Wildtiere auf Feldern und Wiesen besonders gut zu beobachten. Mit beeindruckenden Anpassungen sichern sie ihr Überleben trotz zunehmender Gefahren in der Agrarlandschaft.
Entdecke Feldhasen-Power
Der Feldhase gehört zu den faszinierendsten Wildtieren und zeigt an Ostern seine besondere Überlebenskraft. Seine Ohren kann er unabhängig voneinander drehen und so aufmerksames Hinhören gewährleisten. Diese Fähigkeit hilft ihm, herannahende Feinde frühzeitig zu erkennen. Zudem erreicht der Feldhase bis zu 80 Kilometer pro Stunde, was ihn schneller macht als der 100-Meter-Weltrekordhalter Usain Bolt. Mit kräftigen Sprüngen von bis zu drei Metern Länge und Höhe sowie einem flexiblen Rücken kann er rasante Richtungswechsel vollführen.
Tarnung als wichtigster Schutz
Die Tarnung ist der wichtigste Verteidigungsmechanismus des Feldhasen. Sie legt sich flach auf den Boden und verschmilzt mit dem braun-grauen Haarkleid optisch mit der Umgebung. Zudem hinterlassen Feldhasen durch fehlende Duftdrüsen an den Pfoten kaum Geruchsspuren, was sie für Fressfeinde schwer auffindbar macht. Trotz ihrer seitlich angebrachten Augen mit eingeschränkter Schärfe verfügen sie über einen 360-Grad-Rundumblick, um Bewegungen frühzeitig wahrzunehmen.
Lebensraum und Gefahren
Der Feldhase ist ganzjährig oberirdisch aktiv, was ihn in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft besonders anfällig macht. Schutzmöglichkeiten durch z. B. Hecken oder Unterschlupfmöglichkeiten fehlen häufig. Gerade die jungen Hasen, die sich bei Gefahr drücken, sind besonders durch landwirtschaftliche Maschinen bedroht. Auch das Nahrungsangebot ist eingeschränkt, da bestimmte Kräuter wie Hirtentäschelkraut oder Ackerstiefmütterchen in vielen Flächen fehlen.
„Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem“, sagte Professor Dr. Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.
Eine weitere ernsthafte Bedrohung seit 2023 ist die Viruserkrankung Myxomatose, die hauptsächlich Kaninchen betraf, nun aber auch bei Feldhasen zu hohen Sterblichkeitsraten führt und kleinere Bestände auslöschen kann.
Maßnahmen zum Schutz des Feldhasen
Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiert sich auf ihrem Stiftungsgut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern für den Schutz der Feldhasenpopulation. Dort werden Brachflächen angelegt und die Landschaft mit Hecken, Streuobstwiesen und Blühstreifen vielfältig gestaltet. Das Mähmanagement ist mit späten Terminen nach dem 20. Juni und angehobenen Mähbalken auf den Schutz der Junghasen abgestimmt.
Nach nächtlichen Beobachtungen und Zählungen im Frühjahr 2026 ergab sich eine erfreuliche Anzahl von etwa 20 Feldhasen pro Quadratkilometer auf dem Stiftungsgut. Im Vergleich dazu liegt die Hasendichte im Nordostdeutschen Tiefland im Durchschnitt bei sechs Tieren.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wildtierfreundliche Landnutzung für Feldhasen messbare Erfolge liefert“, betont Professor Hackländer.
Eine wichtige Forderung der Stiftung ist, dass mindestens sieben Prozent der Ackerfläche brach liegen bleiben sollten. Dies erfordert zudem agrarpolitische Förderprogramme, um Landwirte finanziell beim Artenschutz zu unterstützen.
Weitere Informationen zum Feldhasen und Naturschutz finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Website der Deutschen Wildtier Stiftung.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Feldhase Überlebenskünstler Ostern: Bedeutung für die Region und Ausblick
Der Schutz des Feldhasen hat nicht nur ökologische, sondern auch regionale Bedeutung. Feldhasen sind wichtige Indikatoren für die Qualität der Agrarlandschaft und tragen zur Biodiversität bei. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen sollten. Geplante Maßnahmen umfassen die weitere Ausweitung von Brachflächen und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um Landwirte und Bevölkerung zu sensibilisieren.
Regelmäßige Zählungen und wissenschaftliche Begleitungen helfen, die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. So kann langfristig gewährleistet werden, dass der Feldhase auch künftig als Überlebenskünstler in der regionalen Fauna präsent bleibt.
Mehr zum Thema lesen Sie auf regionalupdate.de. Weitere sachliche Informationen zur Myxomatose finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz.
