Abt Nikodemus kritisiert Priorität von Öl über Menschen

Anzeige
Digitale Realität

Jerusalem. Die humanitäre Krise Naher Osten verschärft sich laut Benediktinerabt Nikodemus Schnabel dramatisch. Während internationale Politik vor allem die Stabilität der Märkte betrachtet, bleiben die menschlichen Schicksale oft im Hintergrund.

Fokus auf den Frieden

Die humanitäre Lage vor Ort

Abt Nikodemus Schnabel beschreibt die Situation in Jerusalem als tiefgreifende humanitäre Krise Naher Osten. Der Krieg zerstöre Leben und Existenzen, Menschen litten unter Tod, Traumata und existenziellen Nöten. Eine militärische Eskalation führe nach seiner Einschätzung nicht zu Verbesserungen, sondern verschärfe die Not. Die Sorge um die Märkte und den Ölpreis führe dazu, dass die Situation der Menschen in den Hintergrund trete.

Gesellschaftliche Auswirkungen und Minderheiten

Besondere Aufmerksamkeit richtet der Abt auf die oft vergessenen Migrantinnen und Migranten im Land, etwa aus den Philippinen oder Indien. Diese arbeiten vor allem in Pflege, Gastronomie und Reinigung, haben aber häufig keinen Zugang zu Schutzräumen und bleiben trotz Gefahr bei den ihnen anvertrauten Menschen. Abt Nikodemus weist darauf hin, dass gerade diese Verwundbaren oft den höchsten Preis zahlten.

Gewalt in der Westbank

Neben den direkten Kriegshandlungen wachse auch die Gewalt radikaler Siedler in der Westbank, insbesondere im christlich geprägten Dorf Taybeh. Dort kommen Angriffe auf Bewohner und Eigentum vor, während die weltweite Aufmerksamkeit auf andere Konfliktgebiete konzentriert ist. Der Abt selbst erlebe Anfeindungen, finde jedoch zugleich Unterstützung bei jüdischen und muslimischen Mitmenschen.

Abt Nikodemus’ Haltung zum Konflikt

Der Benediktiner sieht den Konflikt nicht als eine einfache Gegenüberstellung von Parteien. „Ich bin nicht pro Israel oder pro Palästina – ich bin pro Mensch“, so seine klare Position. Er betont, dass Opfer auf beiden Seiten zu finden seien und spricht sich gegen eine Verschiebung im öffentlichen Diskurs aus, bei der Friedensbemühungen als naiv abgetan und Kriegsbefürworter als realistisch gelten.

„Man hat das Gefühl, die Beruhigung der internationalen Märkte ist gerade wichtiger als die Menschen“, sagte Abt Nikodemus.

Nächste Schritte für den Frieden

Der Podcast „Friedensreiter“ widmet sich seit Oktober 2024 der Suche nach friedlichen Lösungen im Nahostkonflikt. Initiiert vom Ludwig Windthorst-Haus, der Katholisch-sozialen Akademie des Bistums Osnabrück sowie dem Institut für Theologie und Frieden in Hamburg, bietet die Reihe Expertenwissen und fundierte Gespräche an. Mit Fokus auf den Dialog und Vermittlung setzt der Podcast ein Zeichen für die Bedeutung von Frieden. Er ist auf YouTube und allen gängigen Audio-Portalen verfügbar und hat bereits über 250.000 Aufrufe erzielt.

Weitere Informationen zum Podcast finden Sie auf der offiziellen Seite Friedensreiter Podcast. Hintergrundinformationen zur humanitären Krise im Nahen Osten bietet die Webseite des Auswärtigen Amtes Auswärtiges Amt – Nahost.

Lesen Sie auch weitere Beiträge zum Thema auf regionalupdate.de.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel