München. Wissenschaftler haben die Aschereste aus Räuchergefäßen in Pompeji erstmals detailliert untersucht und neue Erkenntnisse über den Pompeji Hausaltäre Duft gewonnen. Die Analyse zeigte, dass römische Familien sowohl regionale als auch exotische Duftstoffe in ihren häuslichen Ritualen verwendeten.
Entdecke Pompejis Duft
Die aktuelle Studie, geleitet von Johannes Eber von der Universität Zürich, untersuchte Aschereste aus drei Räuchergefäßen aus Pompeji und einer nahegelegenen Villa. Mit modernen Laborverfahren konnten die Forscher entdecken, dass neben einheimischen Pflanzen auch exotische Baumharze genutzt wurden. Diese Harze stammen vermutlich aus tropischen Regenwäldern in Afrika oder Indien, was die weitreichenden Handelsbeziehungen der Stadt eindrucksvoll belegt.
Exotische Duftstoffe als Indiz für globalen Handel
Die Forscher stellten fest, dass das in einem Gefäß gefundene Harz höchstwahrscheinlich aus afrikanischen oder asiatischen Tropen stammt. Dies belegt, dass Pompeji trotz seiner geografischen Lage Teil eines langen Handelsnetzwerks war.
Rituelle Verwendung von Wein und Harzen
Maxime Rageot von der Universität Bonn wies zudem anhand molekularer Analysen Spuren eines Traubenprodukts nach. Dieses Ergebnis stimmt mit antiken Berichten und bildlichen Darstellungen überein, dass Wein in römischen Hausritualen verwendet wurde. LMU-Archäologe Philipp W. Stockhammer betont die Bedeutung der Verbindung archäologischer Funde mit wissenschaftlichen Analysemethoden zur besseren Rekonstruktion des Alltagslebens.
„Die Verbindung verschiedener aktueller chemischer und mikroskopischer Untersuchungsverfahren macht den religiösen Alltag der Menschen in Pompeji plötzlich greifbar“, sagte Philipp W. Stockhammer.
Der Archäologische Park Pompeji ergänzt durch eine neue Dauerausstellung das Bild und zeigt auch organische Funde, die einen Einblick in das Leben vor dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. geben. Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Parks, unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Forschung für das Verständnis der antiken Stadt.
- Untersuchung basiert auf moderner Laboranalytik
- Aschereste aus Räuchergefäßen liefern neue Einblicke
- Exotische Harze aus Afrika und Asien nachgewiesen
- Hinweise auf Wein als kultisches Opfer
- Beleg für globale Handelsverbindungen in der römischen Welt
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung der Forschung für die regionale Geschichtskultur
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Pompeji schon vor knapp 2.000 Jahren weitverzweigte Handelsbeziehungen unterhielt, die selbst den Hausaltar beeinflussten. Für die Bürgerinnen und Bürger der Region bedeutet dies ein erweitertes Verständnis kultureller und wirtschaftlicher Vernetzungen der antiken Stadt am Vesuv. Die kombinierte archäologische und chemische Forschung liefert nun konkretere Einblicke in das spirituelle Leben der Pompejaner.
Zukünftig werden weitere Analysen solcher organischer Überreste angestrebt, um das Bild des Alltags und der Rituale in Pompeji noch umfassender zu erschließen. Der Archäologische Park Pompeji bleibt dafür ein zentraler Ort der Forschung und Vermittlung.
Mehr Informationen zum antiken Pompeji und seinen Funden stehen auf regionalupdate.de bereit. Weitere Details zur Studie finden Interessierte auf der Seite der LMU München: Ludwig-Maximilians-Universität München – Forschung zu Pompeji. Hintergrundinformationen zur Geschichte Pompejis bietet die UNESCO-Webseite zur antiken Stadt: UNESCO Pompeji.
