Eine neue Studie zeigt, dass 61 Prozent der Fachkräfte in Deutschland ihr Risiko für Burn-out als hoch einstufen. Die psychische Belastung im Job bleibt seit 2022 auf einem besorgniserregenden Niveau.
Hohe Belastung durch Stress und Unterforderung
Laut der repräsentativen Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK, die im Oktober 2025 durchgeführt wurde, berichten Beschäftigte von zunehmendem Stress. 61 Prozent der 1.230 befragten Arbeitnehmer*innen geben an, ein mittleres bis hohes Risiko für Burn-out wahrzunehmen. Ein Drittel der Befragten hat bereits persönliche Erfahrungen mit Burn-out gemacht, während 40 Prozent bei Kolleg*innen diesen Zustand beobachtet haben. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die psychische Belastung, der viele Berufstätige ausgesetzt sind.
Ursachen für Stress am Arbeitsplatz
Strukturelle Faktoren tragen wesentlich zur Belastung der Arbeitnehmer bei. 32 Prozent der Befragten berichten von einem Anstieg des Stresses durch unfaire oder unausgewogene Aufgabenverteilungen. Komplexe bürokratische Vorgaben sowie die permanente Erreichbarkeit setzen weitere Akzente der Belastung, insbesondere für die Generation Z. Die Wirtschaftspsychologin Patrizia Thamm warnt: „Burn-out entsteht schleichend und ist deshalb so gefährlich“. Häufig werden Warnsignale wie emotionale Erschöpfung oder Schlafstörungen ignoriert. Beschäftigte, die mehrere Symptome über Wochen erleben, sollten frühzeitig handeln.
Der Bore-out-Effekt unter jungen Arbeitnehmern
Aber auch das Phänomen des Bore-out, also die anhaltende Unterforderung am Arbeitsplatz, betrifft viele Beschäftigte. Rund 50 Prozent haben dieses Gefühl entweder selbst erfahren oder bei anderen beobachtet. Besonders alarmierend ist, dass 37 Prozent der unter 30-Jährigen von Bore-out berichten, was über dem Durchschnitt von 26 Prozent liegt. „Beide Phänomene – Burn-out und Bore-out – zeigen eine gefährliche Dynamik in einer Arbeitswelt, die hohe Ansprüche stellt und gleichzeitig Sinn entzieht“, erklärt Thamm und fordert eine offene Diskussion über diese Themen im Arbeitsumfeld. Transparenz könne helfen, das Risiko für beide Zustände zu minimieren.
