Europa wächst dort am besten zusammen, wo sich Menschen begegnen – und das gilt ganz besonders für die nächste Generation. Kürzlich begab sich eine Gruppe von 20 Jugendlichen aus Nordhorn auf eine Reise, die weit über eine gewöhnliche Klassenfahrt hinausging. Ziel war die französische Partnerstadt Montivilliers. Begleitet wurde die Delegation von prominenter Seite: Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling ließ es sich nicht nehmen, die Jugendbegegnung persönlich zu begleiten und vor Ort ein Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft zu setzen.
Der Empfang in der Normandie hätte herzlicher kaum sein können. Der Bürgermeister von Montivilliers, Jérôme Dubost, hieß die Gäste zusammen mit dem örtlichen Partnerschaftsverein willkommen. Um die Kultur des Nachbarlandes nicht nur oberflächlich zu streifen, sondern tief in den Alltag einzutauchen, wurden die jungen Nordhornerinnen und Nordhorner direkt in französischen Gastfamilien untergebracht. Dieses Konzept des „Mitlebens“ ermöglichte einen authentischen Austausch, der über Sprachbarrieren hinweg neue Perspektiven eröffnete.
Zwischen Schulbank, Küstenwind und Kartbahn
Das Programm der Woche war so vielfältig wie die Region selbst. Ein besonderer Fokus lag darauf, das moderne Frankreich ebenso kennenzulernen wie seine Geschichte. So standen Ausflüge in die benachbarte Hafenstadt Le Havre auf dem Plan, wo die Jugendlichen bei einer Bootsfahrt auf der Seine die beeindruckenden Docks besichtigten. Doch auch der ganz normale Alltag kam nicht zu kurz: Die Teilnahme am Unterricht in einer französischen Schule bot direkte Eingleiche in ein Bildungssystem, das sich in vielen Details vom deutschen unterscheidet.
Für den nötigen Adrenalinkick sorgten sportliche Aktivitäten und ein Besuch auf der Kartbahn, während die kulturelle Seite durch die Besichtigung des historischen Ortskerns von Montivilliers mit seiner berühmten Abtei und dem traditionellen Wochenmarkt abgedeckt wurde. Ein absolutes Highlight war zweifellos der Ausflug zur Küstenlandschaft von Étretat. Die weltberühmten, steilen Klippen und die natürlichen Felsbögen boten die perfekte Kulisse für bleibende Erinnerungen und eindrucksvolle Fotos.
Gemeinsames Kochen als Symbol für europäische Freundschaft
Dass Liebe – und auch Freundschaft – durch den Magen geht, bewies das feierliche Finale der Begegnungswoche. In einem großen gemeinschaftlichen Kochprojekt bereiteten die deutschen und französischen Jugendlichen zusammen mit den Gastfamilien das Essen für das Abschlussfest zu. In geselliger Runde wurden nicht nur Rezepte ausgetauscht, sondern auch die Erlebnisse der vergangenen Tage reflektiert. Hartwig Hesselink vom Team der städtischen Jugendarbeit zog eine positive Bilanz: Die Jugendlichen hätten tiefe Eindrücke von der französischen Kultur, den Sehenswürdigkeiten und vor allem den herzlichen Essgewohnheiten gewonnen.
Bürgermeister Thomas Berling unterstrich zum Abschluss die strategische Bedeutung solcher Reisen. Für ihn ist der persönliche Austausch junger Menschen ein unverzichtbarer Baustein für das Zusammenhalt in Europa. Solche Begegnungen schaffen nicht nur Verständnis für die jeweils andere Lebensweise, sondern legen oft den Grundstein für lebenslange Freundschaften. Sie prägen das Miteinander auf dem Kontinent nachhaltig und füllen den abstrakten Begriff „Europa“ mit Leben. Während die Nordhorner Gruppe mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck die Heimreise antrat, richten sich die Blicke bereits auf das kommende Jahr: Dann wird die französische Gruppe zum Gegenbesuch in Nordhorn erwartet, um die neu geknüpften Bande weiter zu festigen.
