Sparvorschläge der Finanzkommission gefährden Patientenversorgung

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Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) kritisieren die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit. Besonders die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen könnten gravierende Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben.

Finanzkommission empfiehlt Kürzungen im zahnärztlichen Bereich

Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Finanzkommission Gesundheit hat ihren ersten Bericht vorgelegt, in dem sie umfangreiche Sparmaßnahmen vorschlägt. Diese sollen zur Stabilisierung der Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beitragen, beinhalten jedoch auch erhebliche Einschnitte im zahnärztlichen Sektor. Die KZBV und die BZÄK zeigen sich über diese Empfehlungen äußerst besorgt und sehen ernsthafte Gefahren für die Patientenversorgung.

Kritik an den Folgen für die Parodontitisbehandlung

Martin Hendges, Vorsitzender der KZBV, betont, dass bereits das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz von 2023 und 2024 mehr Schaden als Nutzen gebracht habe. Die strikte Budgetierung hat zu einer Unterfinanzierung von Zahnarztleistungen geführt, was insbesondere die Behandlung von Parodontitis beeinträchtigt. „Der Kampf gegen diese Volkskrankheit wird durch solche Einschnitte nicht nur erschwert, sondern gefährdet die ganze Gesundheitsversorgung“, erklärt Hendges. Dabei leiden in Deutschland etwa 14 Millionen Menschen an einer schweren Form dieser Krankheit, die unbehandelt zu hohen Kosten im Gesundheitswesen führen kann.

Vorsorge statt Kürzungen

Die KZBV appelliert an die Politik, den Fokus auf Prävention zu legen. „Erfolgreiche Präventionsmaßnahmen haben bereits dazu geführt, dass der Anteil der GKV-Ausgaben für zahnärztliche Leistungen seit 2001 um mehr als ein Drittel gesenkt werden konnte“, so Hendges. Auch Dr. Romy Ermler von der BZÄK hebt hervor, dass die Zahnmedizin dank konsequenter Präventionsstrategien Erfolge erzielt hat, die nicht in Frage gestellt werden sollten. Weitere Kürzungen bedeuteten somit einen Rückschritt in der Zahngesundheit der Patienten.

Die Finanzkommission hat auch auf mögliche Versorgungsengpässe hingewiesen, da Praxisinhaber aufgrund der ungewissen finanziellen Rahmenbedingungen früher aus der Versorgung ausscheiden könnten. Das Vertrauen in die Praxen könnte durch diese Maßnahmen erheblich beschädigt werden, was die Sorge um künftige Engpässe in der zahnärztlichen Versorgung verstärkt. Die KZBV und die BZÄK fordern daher einen offenen Dialog mit der Gesundheitsministerin, um konstruktiv an Lösungen zu arbeiten und die Zahngesundheit der Bevölkerung sicherzustellen.

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